Wirtschaft

Deutschland | Neuer Indikator für Wohlstand soll BIP ergänzen

Bereits vor einem Jahr haben Frankreich und Deutschland ein Konzept lanciert, dass eine Qualitative Verbesserung der Wohlstandsmessung erreichen soll. Demnach soll der Indikator BIP durch ein breiteres Instrument ersetzt werden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte damals die renommierten Nobelpreisträger Joseph Stiglitz (USA) und Amartya Sen (Indien) beauftragt, ein Grundlagenpapier für einen neuen Wachstumsindikator vorzulegen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der französische Conseil d’analyse économique (CAE) sollten dann bis Ende dieses Jahres konkrete Vorschläge für einen alternativen Indikator vorlegen, mit dem der reale Wohlstand in den europäischen Ländern vergleichbar gemacht werden könnte, der über das reine Wirtschaftswachstum hinausgehe.
Auch SPD und Grüne hatten im September einen ähnlichen Antrag initiiert, den sich Union und FDP nun in den vergangenen Wochen angeschlossen haben. Demnach sollen acht verschiedene Aspekte zu einem Indikator zusammengefasst werden: der materielle Lebensstandard, die Qualität der Arbeit, die Verteilung von Wohlstand, der Zustand von Natur und Umwelt, die Chancen auf Bildung, die Lebenserwartung, die soziale Sicherung und die subjektiv empfundene Zufriedenheit der Menschen.
Die Kritik aus der Wirtschaft an einem neuen Indikator habe Bundeskanzlerin Merkel dabei eher noch angestachelt, diesen Weg weiterzuverfolgen. Der neue Indikator soll dabei das BIP nicht ersetzen, sondern ergänzen. Vorrangige Probleme, die es jetzt zu lösen gilt, sind politischer Natur: Welche Daten sollen in einen aggregierten Index einfließen, wie stark werden diese gewichtet und wer nimmt diese Gewichtung vor.

ElSchnuppero

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