Energie & Umwelt

Deutschland setzt Klimaerwärmung als Bedrohung des Weltfriedens durch

Am Mittwochabend haben sich die 15 Vertreter der Staaten im UN-Sicherheitsrat, dem nominell mächtigsten Gremium der internationalen Weltgemeinschaft, auf eine Erklärung geeinigt, die der derzeitige Vorsitzende (monatlicher Turnus), der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig, eingebracht hatte. In dieser präsidentiellen Erklärung wird erstmals die Klimaerwärmung als mögliche Bedrohung des Weltfriedens festgeschrieben. Dem Entscheid gingen tagelange heftige Diskussionen voraus. Besonders Russland und China galt es zu überzeugen.

Die präsidentielle Erklärung ist keine Resolution, sondern lediglich eine Stellungnahme des Ratspräsidenten. Da sie jedoch unter den 10 derzeit amtierenden Staaten sowie den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates (die einzigen mit Vetorecht / USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China) abgestimmt ist, hat sie ein gewisses diplomatisches Gewicht. In der Erklärung wird zudem der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon aufgefordert, künftig die Klimaaspekte in seinen regelmäßigen Berichten zu berücksichtigen.

Botschafter Wittig: „Uns war wichtig, alle Mitglieder des Sicherheitsrates an Bord zu haben – und dafür sind wir ihnen sehr weit und geduldig entgegengekommen. Das hat sich letztlich ausgezahlt.“ Als Durchbruch sei zu bewerten, dass die beiden zentralen Elemente, die offizielle Anerkennung der Bedrohung durch den Klimawandel und die Berichtspflicht des Generalsekretärs, durchgesetzt werden konnten. Nun liege es laut Wittig am Generalsekretär, diese Aufforderung auch in die Praxis umzusetzen.

(Link zu dem AGITANO-Interview mit dem Klimaexperten Wolfgang Sterk vom Wuppertal Institut für für Klima, Umwelt und Energie im Vorfeld des Klimagipfels in Cancun im Dezember 2010.)

ElSchnuppero

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