Diese Ego-zentrierte Kommunikation wird in einiger Zeit niemanden mehr interessieren. Interview mit Monika B. Paitl zum Social Media Herbstcamp 2013

Ist Social Media für alle Unternehmen geeignet und nutzbringend?

Sichtbarkeit zu generieren ist für alle Unternehmen prinzipiell die erste Aufgabe. Ob hier wirklich für alle Unternehmen eine Social Media Präsenz auf allen Kanälen zwingend erforderlich ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Es geht ja auch um die entsprechenden zeitlichen Kapazitäten, einen Social Media Auftritt zu stemmen. Halbherzige Social Media Präsenzen funktionieren nicht. Wer beginnt, muss wirklich dranbleiben und mit einer klaren Strategie seine Botschaften nach draußen tragen. Wenn es diese Ressourcen in einem Unternehmen nicht gibt, ist es unter Umständen besser, andere Wege zu erdenken, die die notwendige Sichtbarkeit garantieren.

Für welchen Zweck sollte ich als Unternehmen Social Media einsetzen? Haben Sie dazu ein gutes Beispiel?

Für mich ist Social Media ein eindeutiges PR-Instrument, um sich bekannt zu machen. Social Media Aktivitäten sind keine Verkaufskanäle per se. Sie können langfristig – wenn richtig bespielt – durchaus verkaufsunterstützend wirken. Aber das dauert. Ich höre immer wieder „nun sind wir seit einem Monat auf Twitter und haben nicht ein Seminar mehr verkauft“. Nein, so funktioniert das nicht. Wie bei allen PR-Aktivitäten brauchen wir ein stetiges „Feuer“, um das Interesse am Leben zu erhalten. Wer hier durchhält, wird sehr positive Auswirkungen erleben. Aber eben nicht nach ein bis zwei Monaten.

Ein Beispiel, wo sich Social Media Aktivitäten in sofortigen positiven Resultaten niederschlagen, ist die Buch-PR. Autoren, die ihre Bücher geschickt auf Social Media promoten, ihre Leserschaft schon am Prozess des Entstehens des Buches subtil teilhaben lassen, schaffen ein emotionales Feld, das dann bei Erscheinen durchaus in ein sehr bereitwilliges Kaufverhalten führt. Hier kann ich die Relation „je mehr ich zu diesem Buch auf Social Media mache, desto erfolgreicher ist es“ auf jeden Fall klar unterstreichen.

Wie finde ich die für mich richtigen Social Media Kanäle?

Der richtige Kanal ist auf jeden Fall immer der, der zum Unternehmen beziehungsweise bei Einzelunternehmen zur Person und zum Unternehmensgegenstand passt. Wer sich auf Facebook nicht wohlfühlt und mit dieser Art der offenen Darlegung von Dingen nicht klarkommt, sollte besser nicht dort sein. Das ist meine klare Empfehlung. Wir können nur gut und passend kommunizieren, wenn wir auch von der Art des Kanals überzeugt sind. Dies zählt besonders für meine Zielgruppe, also Sprecher, Redner und Coaches. Im B2B gilt das bereits erwähnte: Sich umsehen, wo sind die Wettbewerber, wo sind die Kunden und dann zielorientiert und strategisch in genau jene Foren hineingehen.


Lesen Sie auf Seite 3: Muss ich überall sein, kann ich überall sein?

Außerdem: Mehr zum Social Media Herbstcamp, Anmeldung und Teilnahme unter folgendem Link.

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