Energiepolitik

EEG-Reform: Altmaier missachtet Grundgesetz

EEG Umlage 2013 / Quellen: ÜNB, BEE, Agentur für Erneuerbare Energien
[EEG Umlage 2013 / Quellen: ÜNB, BEE, Agentur für Erneuerbare Energien]

Gastkommentar von Henner Weithöner, Herausgeber und Chefredakteur des Online-Magazins Renewable Energy Journal www.rejournal.de

Die Aufregung ist groß, nachdem Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) angekündigt hat, nicht nur die EEG-Umlage für Neuanlagen einzufrieren, sondern auch Besitzer von Altanlagen mit einem sogenannten Energie-Soli zur Kasse zu bitten. Letzteres würde bedeuten, dass in der Bundesrepublik Deutschland erstmalig versucht würde, den vom Grundgesetz garantierten Vertrauensschutz zu verletzen. Kolumne von Henner Weithöner

Denn die von Bürgern, Unternehmen und anderen Geldgebern bislang getätigten Investitionen in die erneuerbaren Energien erfolgten unter der Annahme und Voraussetzung der bestehenden Gesetze. Wenn der gelernte Jurist Altmaier genau diese Gesetze nun rückwirkend ändern will, missachtet er eben jenes hohe Rechtsgut Vertrauensschutz, das sich in Deutschland aus dem verfassungsrechtlichen Rechtsstaatsprinzip ableitet.

Das Bundesumweltministerium (BMU) selbst hat in den vergangenen Jahren zwei Gutachten in Auftrag gegeben, die sich mit genau dieser Frage beschäftigten: Gibt es einen Vertrauensschutz bei künftigten Änderungen der Rechtslage des EEG?

Beide Gutachten kamen zu dem eindeutigen Ergebnis: Der Vertrauensschutz erstreckt sich sowohl auf die Vergütung, als auch auf die Abnahme des Erneuerbare-Energie-Stroms. Lediglich die Übertragung des Ökostroms im Netz sei nicht vom Vertrauensschutz abgedeckt.

Das jüngste BMU-Gutachten von 2009 ging sogar noch einen Schritt weiter und sieht den Abnahme- und Vergütungsanspruch aus dem EEG auch durch das Eigentumsgrundrecht (Art. 14 Abs. 1 GG) sowie das Grundrecht der Berufsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG) rechtlich wasserdicht abgesichert.

Nun haben wir also einen Bundesminister, der nicht nur die einhellige Meinung aller Rechtsexperten, sondern auch das Grundgesetz missachtet.

Sein Studium der Rechtswissenschaft an der Uni des Saarlandes beendete Altmaier 1985 mit dem ersten und 1988 mit dem zweiten juritischen Staatsexamen. Lange her. Aber an das Grundgesetz sollte man sich irgendwie erinnern.

(Quelle: Henner Weithöner /Renewable Energy Journal)
Marc Brümmer

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