Wirtschaft

EnBW-Chef Villis verlässt den Energieversorger

Hans-Peter Villis legt den Chefposten bei EnBW, dem drittgrößten Energieversorger Deutschlands, nieder. Er habe nicht mehr das „ungeteilte Vertrauen des Aufsichtsrats“. Ursächlich ist das angespannte Verhältnis zwischen dem bekennenden Atomkraftbefürworter Villis und der neuen grün-roten Landesregierung, die inzwischen ihre Vertreter in das Kontrollgremium entsandt hat. Villis hat nun bekannt gegeben, seinen Vertrag, der bis Ende September 2012 datiert, nicht weiter zu verlängern.

Ein Insider bestätigt, dass Villis tatsächlich das Vertrauen der Landesregierung fehle. Er hätte aber auch in den vergangenen Monaten nichts unternommen, um das zu ändern. EnBW produzierte bis zum Frühjahr 2011 51% seines Stroms aus Atomkraftwerken – der höchste Anteil aller Energieversorger in Deutschland. Bis dato habe Villis aber der Landesregierung noch kein überzeugendes Konzept für den Konzernumbau und die Weiterentwicklung des Unternehmens vorgelegt. Finanzminister Schmid (SPD) kündigte nun an, in Ruhe nach einem geeigneten Nachfolger zu suchen, was allerdings in Anbetracht der Mamutaufgabe bei EnBW nicht ganz einfach werden dürfte. EnBW hatte 2010 noch einen Umsatz von 18,4 Milliarden Euro erwirtschaftet und einen Netto-Gewinn von 1,2 Milliarden Euro. Im Frühjahr 2011 wurden dann allerdings zwei der vier EnBW-Atomkraftwerke infolge der Atomkatastrophe von Fukushima vom Netz genommen. Im ersten Halbjahr 2011 hat der Konzern daraufhin bei einem Umsatz von 9,4 Milliarden Euro zwar ein operatives Ergebnis (Ebit) von 272 Millionen Euro eingefahren, allerdings unterm Strich einen Verlust von 590 Millionen Euro zu verkraften. Die Schulden des Konzerns belaufen sich auf 8,7 Milliarden Euro.

 

ElSchnuppero

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