Energie & Umwelt

Erneuerbare für Libyen – Rösler trifft libyschen Minister für Strom und Erneuerbare Energien

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, ist am Rande des in Berlin stattfindenden Africa Energy Forum mit dem libyschen Minister für Strom und Erneuerbare Energien, Dr. Awad Ibrahim Al Baraasi, zu einem bilateralen Gespräch zusammen getroffen. Gegenstand des Gesprächs war die Lage auf den internationalen Energiemärkten sowie bilaterale Kooperationspotentiale bei erneuerbaren Energien.

Trotz hervorragender geographischer Bedingungen – Sonnenenergie in der Wüste und Windenergie an der Küste – ist der Anteil erneuerbarer Energien in Libyen bislang sehr gering und beschränkt sich hauptsächlich auf die Nutzung von Biomasse. Die aktuellen Pläne sehen einen Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien am Strommarkt auf bis zu 30 Prozent bis 2030 vor. Die reichen Ölvorkommen des Landes lassen eine Finanzierung möglich erscheinen. Libyen hate vor dem Bürgerkrieg 2011 das höchste Wohlstandsniveau des afrikanischen Kontinents.

In Folge des langen Bürgerkrieges war die Wirtschaftsleistung Libyens 2011 um 61 Prozent auf 36,9 Mrd. US-Dollar eingebrochen (2010: 80,4 Milliarden); nach Schätzungen von Germany Trade and Invest wird das BIP dieses Jahr wieder um 76,3 Prozent steigen, so dass das Vorbürgerkriegsniveau zu ca. 80 Prozent wieder erreicht werden dürfte. Auch der bilaterale Handel mit Deutschland nimmt 2012 wieder Fahrt auf. So konnten deutsche Unternehmen im ersten Quartal Waren im Wert von rund 150 Mio. Euro nach Libyen exportieren.

Libyen ist zudem nach Russland, Großbritannien und Norwegen der viertwichtigste Öllieferant Deutschlands. In 2010 bezog Deutschland rd. 7,3 Mio. t Rohöl aus Libyen, das waren rd. 7,8 Prozent der Gesamtöleinfuhren. Seit Januar 2012 bezog Deutschland im laufenden Jahr bereits rund 2,7 Mio. t Rohölimporte aus Libyen.

Bundesminister Rösler: "Die Bundesregierung begrüßt die Ziele Libyens zum Ausbau erneuerbarer Energien. Das Land kann in diesem Bereich von der hohen technologischen Erfahrung deutscher Unternehmen profitieren. Künftig könnte Libyen auch für die Realisierung des DESERTEC-Vorhabens relevant werden – die geographischen Voraussetzungen für die Entwicklung der Solarenergie sind sehr gut. Libyen ist zudem ein wichtiger Partner Deutschlands für die Versorgung mit Erdöl. Es ist erfreulich, dass die Produktion in Libyen nach dem Bürgerkrieg so schnell wieder aufgenommen wurde und fast schon wieder das Vorbürgerkriegsniveau erreicht hat."

 

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