Wirtschaft

Finanzkrise beschert Genossenschaftsbanken einen Rekord-Zulauf

Die Zahl der Mitglieder deutscher Genossenschaftsbanken ist im Jahr 2011 erneut um 1,9% gestiegen. Mit 313.000 Neumitgliedern wurde damit laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) erstmals die 17-Millionen-Marke durchbrochen.

Die 1.121 bundesdeutschen Genossenschaftsbanken haben in dem Geschäftsjahr 2011 einen kumulierten Jahresüberschuss von drei Milliarden Euro nach Steuern ausgewiesen, nach 3,2 Milliarden Euro im Rekordjahr 2010. Das Kreditvolumen wurde gleichzeitig um 4,5% auf 425 Milliarden Euro gesteigert. Damit erreichen die Genossenschaftsbanken bei Krediten an Gewerbekunden inzwischen einen Marktanteil von 29,0% (+1,1%). Auch die Kundeneinlagen legten weiter um 3,4% auf 524 Milliarden Euro zu. Damit ergibt sich ein Einlagenüberhang von rund 100 Milliarden Euro – ein weiterer Spielraum, um im Kundengeschäft weiter zu wachsen.

Die Genossenschaften sind Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Gedanken der solidarischen Selbsthilfe entstanden und haben sich spätestens seit der Finanzkrise 2008 als stabiler Anker im deutschen dreigliedrigen Bankensystem erwiesen. Sie haben eine eher konservative Geschäftsausrichtung auf die Realwirtschaft und das Privatkundengeschäft und spekulieren weit weniger riskant auf den Finanzmärkten als ihre privaten Konkurrenten. Mehr als die Hälfte der rund 30 Millionen Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken sind auch Mitglied bei ihrer Bank. Damit sind sie zugleich Miteigentümer, Träger und Kunden ihrer Bank. Als Miteigentümer sind sie Kapitalgeber und Gewinnbeteiligte und als Träger sind sie in den demokratischen Entscheidungsprozess des Unternehmens eingebunden.
(mb)

 

ElSchnuppero

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.