Wirtschaft

Hedge-Fonds haben im Schnitt 2011 einen Verlust von 4,8% eingefahren

Die spekulativen Hedge-Fonds haben 2011 ein miserables Jahr eingefahren. Im Branchenschnitt verbuchten sie einen Verlust von 4,8%. Dagegen ging der S&P-500-Index der US-Börsen nahezu verlustfrei aus dem turbulenten Börsenjahr. 2011 war damit erst das dritte Jahr mit unter dem Strich Verlusten für die Branche seit der Einführung der Berechnungen durch den Dienst Hedge Fund Research im Jahr 1990. Im Vorjahr 2010 wurde im Schnitt noch ein Gewinn von 10% ausgewiesen.

Hedge-Fonds verwalten weltweit rund 2.000 Milliarden Dollar. Sie sind spekulative Finanzvehikel zur Verwaltung von Kundengeldern, die sich auch bei institutionellen Anlegern großer Beliebtheit erfreuen, da sie eigentlich auch bei fallenden Aktienkursen Gewinne versprechen. Die Schweizer Großbank UBS definiert Hedge-Fonds als „Anlagegefässe, deren Manager sehr grosse Freiheiten geniessen. Die Strategien unterscheiden sich stark: von Fonds, die auf höchste Sicherheit bedacht sind, bis zu Fonds, die hohe Renditen anpeilen, aber entsprechende Risiken mit sich bringen. Dabei arbeiten Hedge-Fund-Manager oft mit innovativen Anlagekonzepten, die sie selbst entwickelt haben. Ein Hedge Fund ist darum nur so gut wie sein Manager. (…) Weil Hedge Funds weniger stark reguliert sind als herkömmliche Anlagefonds, können sie Risiken bergen, die mit traditionellen Risikomassen nur schwer erfassbar sind.“ Das Wirtschaftslexikon Gabler ergänzt: „Anlagegegenstände können neben Aktien und Anleihen, Devisen, Derivate sein, es werden Leerverkäufe getätigt und Kredite zur Ausnutzung des Leverageeffektes eingesetzt. Sie gelten als Fondstyp, der mit hochspekulativen Anlagetechniken arbeitet.“ Aufgrund ihrer spekulativen Natur stehen die Hedge-Fonds auch außerhalb der Finanzwirtschaft stark in der Kritik: Der französische Präsident Sarkozy hat sich beispielsweise die Bekämpfung der Rohstoffspekulation oben auf die Agenda gesetzt. Auch die Spekulation mit Lebensmitteln weckt bei dem überwiegenden Teil der Menschen ethisch-moralische Bedanken, da hier die Gewinne zu Lasten der Ärmsten gehen. Denn Spekulationsgewinne sind nicht mit Gewinnen aus Investitionen gleichzusetzen. Investitionen profitieren von der Wertschöpfung in der Realwirtschaft, Spekulationsgewinne müssen hingegen in der Regel von der Realwirtschaft und den Verbrauchern über höhere Preise bezahlt werden.

 

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