Wirtschaft

Im Rohstoffeinkauf liegt der Gewinn – kostenlose Ratgeberveranstaltungen der IHK

Den eigenen Rohstoffbedarf dauerhaft und zu vertretbaren Einkaufspreisen zu sichern, ist für viele Unternehmen eine zentrale Herausforderung der Zukunft. Die baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) greifen das Thema bei vier Terminen in Baden-Württemberg auf.

Im Rahmen des aktuellen IHK-Jahresthemas "Energie und Rohstoffe für morgen" laden die IHKs im Juni und Juli nach Mannheim, Stuttgart, Villingen-Schwenningen und Ulm ein.

Unter der Überschrift "Rohstoffe richtig einkaufen – im Rohstoffeinkauf liegt der Gewinn" informieren Experten und Praktiker etwa darüber, welche Kooperationen oder Allianzen sich anbieten, welche Finanzprodukte zur Absicherung des Rohstoffeinkaufs in Frage kommen oder wie sich kleine und mittlere Unternehmen auf den internationalen Rohstoffmärkten behaupten können.

Die Termine im Überblick:

  • 26. Juni, Mannheim

  • 28. Juni, Stuttgart

  • 04. Juli, Villingen-Schwenningen

  • 12. Juli, Ulm

Die kostenfreien Veranstaltungen beginnen jeweils um 9 Uhr und enden gegen 12.30 Uhr. Anmelden sollten Sie sich spätestens eine Woche vor dem entsprechenden Termin. Die Einladung mit dem detaillierten Programm und einem Anmeldeformular gibt es auf der Website der IHK Region Stuttgart (Informationen: DIHK)

Hintergrund zur Rohstoffspekulation

Die staatliche KfW hat Ende 2011 eine Studie über die Risiken der Versorgung Deutschlands mit mineralischen Rohstoffen (Metalle, Industriemineralien, Steine und Erden) unter Berücksichtigung der weltweit steigenden Nachfrage durch Zukunftstechnologien herausgegeben. Darin werden 52 Rohstoffe hinsichtlich ihrer Risiken für die Rohstoffversorgung und der Verletzbarkeit der deutschen Wirtschaft bei Eintritt einer Versorgungsstörung analysiert. Bei insgesamt 13 bedeutenden mineralischen Rohstoffe wird die Versorgungslage als kritisch eingestuft. Eine Verknappung würde die deutsche Wirtschaft substanziell schädigen und die Entwicklung von Zukunftstechnologien (z. B. Elektromobilität, Informations- und Kommunikationstechnik) beeinträchtigen, die u.a. auch für die Energiewende benötigt werden. Unternehmen wird in der Schlussfolgerung empfohlen, Strategien für nachhaltige Rohstoffsicherung und vor allem auch Ressourceneffizienz zu entwickeln.

Die Handelskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) hat Ende März 2012 die Struktur der Rohstoffspekulation untersucht. Das Ergebnis: Hochfrequenzhandel und Börsenspekulation verzerren den Rohstoffmarkt und sind Preistreiber zulasten der Realwirtschaft. Geld wird aus dem Wirtschaftskreislauf abgezweigt und in die Taschen der Spekulanten umgeleitet. Die DIHK hatte zuvor bereits die Auswirkungen der Rohstoffspekulation auf die deutsche Wirtschaft berechnet: Für die deutschen Unternehmen bedeutet allein die Spekulation mit Rohstoffen auf den ungenügend regulierten Finanzmärkten rohstoffbezogene Mehrausgaben von rund 30 Milliarden Euro im Jahr 2010 – die Spekulationssumme hat sich nach Informationen des WDR-Magazins „Monitor“ allein im Jahr 2008 um 600% vervielfacht.

Insgesamt waren die Rohstoffe laut dem Rohstoffpreisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Jahr 2011 so teuer wie nie zuvor. Auf das Jahr gerechnet verteuerten sich die in dem Index gelisteten Rohstoffe um 12,4% ohne Energie und um 22,4% inklusive der energetischen Rohstoffe (in US-Dollar gerechnet: 18% und 28,6%). Die Erklärung des HWWI ist ein Schlag in das Gesicht realwirtschaftlich tätiger Unternehmer und der Verbraucher, die beide die steigenden Kosten (und damit die Spekulationsgewinne) finanzieren müssen: „Durch die niedrigen Zinsen der Notenbanken, besonders der Fed, stand Anlegern und Hedgefonds viel Liquidität zur Verfügung, die zur Portfoliodiversifikation und Inflationsabsicherung in Rohstoffe investiert wurden.“

Als Antwort gaben Anfang Februar 2012 zwölf deutsche Großkonzerne unter Federführung des BDI bekannt, ein gemeinsames, schlagkräftiges Rohstoffunternehmen zu gründen. Sie wollen nicht länger von Rohstofflieferungen abhängig sein, sondern über ein Gemeinschaftsunternehmen direkt an die Quellen vorstossen. Der „Allianz zur Rohstoffsicherung“ gehören derzeit Aurubis, BASF, Bayer, BMW, Chemetall, Daimler, Evonik Industries, Georgsmarienhütte Holding, Bosch, Stahl-Holding-Saar, ThyssenKrupp und Wacker Chemie an. Bereits am 4. Oktober 2010 war die deutsche Rohstoffagentur gegründet worden. Damit sollen Großkonzerne wie auch KMUs in vielfältiger Weise unterstützt werden, ihre Rohstoffbezugsquellen zu diversifizieren. Parallel hierzu findet eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Auswärtigem Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung statt, um bilaterale Rohstoffpartnerschaften mit rohstoffreichen Partnerländern zu fördern. Zudem sollen auch die Rohstoffeffizienz und das Recycling gefördert und optimiert werden.

(mb)

 

ElSchnuppero

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.