Wirtschaft

Informationsdienst – Wirtschaft National

1. Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge gestiegen:
2. Deutsche Staatsschulden auf 1,72 Billionen Euro gestiegen:
3. Deutsche Schattenwirtschaft 370 Mrd. Euro schwer:
4. Lebensversicherer sehen zusätzlichen 25 Mrd. Euro Markt in Europa:
5. RWE | Konzernumstrukturierung geplant:
6. VW | Mexiko-Engagement wird ausgebaut:
7. Personalie: Winterkorn soll bis mind. 2015 VW-Chef bleiben:

 

Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge gestiegen:
Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts ist erneut von 106,7 Punkten auf 106,8 Punkte gestiegen. Der Lage-Index der aktuellen Geschäftssituation kletterte von 108,2 Punkten auf 109,7 Punkte. Die meisten Experten waren nach dem monatelangen Höhenflug ursprünglich von einem leichten Dämpfer ausgegangen. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate wurde allerdings etwas zurückhaltender eingeschätzt, der Index für die Geschäftserwartungen gab von 105,2 auf 103,9 Punkte nach. Hintergrund ist die Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft und die sich allmählich abkühlende Weltkonjunktur. Allerdings bestehen berechtigte Hoffnungen in die Binnenkonjunktur, da aufgrund der stark gesunkenen Arbeitslosenzahlen die Nachfrage auf dem Binnenmarkt – wie auch von der EU-Kommission explizit gefordert – gestärkt wird.

 

Deutsche Staatsschulden auf 1,72 Billionen Euro gestiegen:
Laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist die deutsche Staatsverschuldung auf 1,72 Billionen Euro gestiegen, das sind auf jeden Bundesbürger umgerechnet 21.025 Euro. Dabei sind die Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden in den vergangenen sechs Monaten um 1,7%, also knapp 30 Milliarden gestiegen. Die Gesamtschulden des Bundes belaufen sich auf 1,07 Billionen Euro, die der Länder auf 537 Milliarden Euro. Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände stiegen prozentual mit 3,3% (3,7 Mrd. Euro) auf 114,7 Milliarden Euro am stärksten.

 

Deutsche Schattenwirtschaft 370 Mrd. Euro schwer:
In dem laufenden Jahr 2010 werden Schätzungen nach etwa 370 Milliarden Euro, also rund ein Fünftel der gesamten Wirtschaftsleistung, in der Schwarzarbeit erbracht. Die Finanzämter und die Sozialversicherungen müssen demnach Mindereinnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe verbuchen. Die Bundesregierung hat nun angekündigt, mit mehr Personal für Razzien und härteren Strafen gegen die Schwarzarbeit vorzugehen. Nach der Studie des Volkswirtschafts-Professors Friedrich Schneider arbeiten mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland zumindest teilweise in der Schattenwirtschaft – der größte Teil besitze eine reguläre Arbeit und verdient sich „privat“ etwas hinzu. Die anhaltende Nachfrage ergebe sich aus der hohen Belastung regulärer Löhne mit Steuern und Abgaben. Eine Abhilfe wäre, alle Einkommensarten für die solidarischen Versicherungssysteme heranzuziehen und damit den Faktor Arbeit zu entlasten.

 

Lebensversicherer sehen zusätzlichen 25 Mrd. Euro Markt in Europa:
Die neuen EU-Eigenkapitalregeln Solvency II (ab 2013) zwingt die Lebensversicherungsunternehmen, ihr Geschäftsmodell zu ändern. Je riskanter die übernommenen Versicherungsrisiken und Kapitalanlagen, desto mehr Eigenkapital muss vorgehalten werden. Aufgrund des geringeren Eigenkapitalbedarfs werden die Versicherungsunternehmen somit künftig mehr Risikolebenspolicen statt kapitalbildender Policen verkaufen. Das bisher ungenutzte Potential an zusätzlichen Prämien wird im europäischen Markt auf 25 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Die Swiss Re hat in ihrer Studie „European Insurance Report 2010“ insbesondere große Versorgungslücken bei der Absicherung gegen den Todesfall identifiziert, aber auch bei langanhaltender Krankheit oder Behinderung. Allein in Deutschland wäre eine um rund 100.000 Euro pro Kopf höhere Versicherungssumme nötig, um dem Todesfallrisiko adäquat vorzubeugen. In Europa summiere sich die Versorgungslücke auf 10.000 Mrd. Euro. Der Aufklärungsbedarf sei riesig, viele der Befragten halten der Studie zufolge Lebensversicherungen für viel teurer als sie tatsächlich kosten.

 

RWE: Konzernumstrukturierung geplant:
Der Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE hat grünes Licht für eine Umstrukturierung der Konzernstruktur gegeben. Damit werde auf den steigenden Wettbewerbsdruck reagiert, die Effizienz des Konzerns gesteigert und Kosten eingespart. Die Holding soll verschlankt, Beteiligungen verkauft, die Vorstandsriege auf fünf Ressorts verkleinert und die Geschäfte in Deutschland und Osteuropa gebündelt werden. Zudem werden auch die Kürzung von Investitionen, die Veräußerung einzelner Geschäftsbereiche und die Anpassung der Bilanz- und Dividendenplanung diskutiert. Ausschlaggebend sei eine zu erwartende Minderung der Ertragskraft aufgrund verschärfter Klimaschutzziele, steigender Rohstoffpreise bei stagnierenden Strom- und Gaspreisen sowie den zusätzlichen Belastungen in Deutschland (Brennelementesteuer etc.).
RWE hatte in dem Krisenjahr 2009 den betrieblichen Gewinn um 3,9% auf 7,1 Mrd. Euro gesteigert, das Nettoergebnis lag bei 3,5 Mrd. Euro.

 

VW | Mexiko-Engagement wird ausgebaut:
Der VW-Konzern plant ein neues Werk im mexikanischen Silao. Mit Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro sollen dort ab 2013 rund 700 Arbeiter 330.000 Motoren pro Jahr für den nordamerikanischen Markt bauen. Die Kapazität in dem VW-Werk im mexikanischen Puebla liegt bei derzeit 525.000 Autos pro Jahr. VW will seine Absatzzahlen in Nordamerika bis 2018 auf jährlich 1 Mio. Fahrzeuge ausbauen. Weltweit soll dann mit zehn Millionen verkauften Autos Toyota als Weltmarktführer abgelöst werden.

 

Personalie: Winterkorn soll bis mind. 2015 VW-Chef bleiben:
Martin Winterkorn (63) leitet VW seit Anfang 2007 und gilt als enger Vertrauter des Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch. Sein Vertrag läuft noch bis Ende 2011, soll aber wohl um mindestens vier Jahre verlängert werden, da es im Konzern viele Themen gebe, bei denen eine Kontinuität an der Spitze hilfreich sei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.