Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft vom 06.10.2010: National

Mehrwertsteuerreform auf Eis gelegt:
NRW will Hochtief im Abwehrkampf unterstützen:
Kapitalerhöhung bringt der Deutschen Bank 10 Milliarden Euro:
BMW teilt Hybridtechnik mit französischem PSA-Konzern:
Daimler will eigenen Hybridantrieb entwickeln:
ThyssenKrupp mit einer Milliarden wieder in der Gewinnzone:

 

Mehrwertsteuerreform auf Eis gelegt:
Finanzminister Schäuble hat von einer Reform der Mehrwertsteuer abstand genommen. Die Vereinfachung der mittlerweile schwer nachvollziehbaren Regelung für normale und ermäßigte Mehrwertsteuersätze wird somit auf unbestimmte Zeit vertagt. Laut dem Spiegel liegt der Bundesregierung ein wissenschaftliches Gutachten vor, wonach der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7% lediglich für Lebensmittel gerechtfertigt sei, nicht jedoch für Rennpferde und Hoteliers (Windeln werden mit 19% besteuert). Schäuble fürchte massive Widerstände gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuersätze und verspreche sich zudem auch kaum zusätzliche Einnahmen.

 

NRW will Hochtief im Abwehrkampf unterstützen:
Das Wirtschaftsministerium hatte eine Unterstützung des Baudienstleisters Hochtief (weltweit 66.000 Mitarbeiter / Gewinn 2009: 600 Mio. Euro / Auftragsbestand: 42 Mrd. Euro / Anteil des Deutschlandgeschäfts: 11%) in dessen Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS abgelehnt. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens hat nun hingegen eine mögliche Unterstützung signalisiert. NRW-Wirtschaftsminister Voigtsberger (SPD): „Hochtief ist ein gesundes und hochprofitables Unternehmen. Wir müssen alles dafür tun, dass es dabei bleibt und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben.“ Die Möglichkeiten der Politik werden indes als begrenzt bewertet. Unterdessen versucht der Konzern durch einen Antrag bei der australischen Wertpapieraufsicht Asic die Übernahme für die Spanier massiv zu verteuern. Hintergrund ist die 54,5 prozentige Beteiligung Hochtiefs bei dem australischen Unternehmen Leighton. ACS soll gezwungen werden, deren Minderheitsaktionären ebenfalls ein Übernahmeangebot vorzulegen. Gleichzeitig soll die Regulierungsbehörde der EU-Kommission prüfen, ob die ACS-Pläne mit den Regeln des EU-Binnenmarkts und dem deutschen Übernahmerecht in Einklang stehen.

 

Kapitalerhöhung bringt der Deutschen Bank 10 Milliarden Euro:
Um die bevorstehende Komplettübernahme der Postbank zu finanzieren, hat die Deutsche Bank die zweitgrößte Kapitalerhöhung in ihrer Geschichte eingesammelt (10 Mrd. Euro). Die neuen Aktien kosteten 33 Euro, während der Kurs der Alten in den letzten Tagen um 40 Euro pendelte. Deutsche Bank Chef Josef Ackermann nutzte seine Bezugsrechte voll und kaufte für 6,2 Mio. Euro neue Aktien. Die Kapitalerhöhung sei zugleich auch eine Reaktion auf die bevorstehenden schärferen Eigenkapitalregeln (Basel III).

 

BMW teilt Hybridtechnik mit französischem PSA-Konzern:
Der bayerische Automobilbauer BMW will mit seinem französischen Partner PSA (Peugeot und Citroën) eine Zusammenarbeit bei der Hybridtechnik und Elektroantrieben erreichen. Hintergrund sind die hohen Investitions- und Entwicklungskosten in diesem Bereich, daher sei BMW als eher kleinerer Autoproduzent auf entsprechende Kooperationen angewiesen. Die Kooperation betreffe auch den künftigen Einsatz von Frontantrieben in BMW-Autos. Der BMW-Wissensstand bei der Kohlefasertechnologie für den Leichtbau im Automobilbau soll hingegen vorerst nicht geteilt werden.

 

Daimler will eigenen Hybridantrieb entwickeln:
Daimler will nun doch auf das Know-how des japanischen Konkurrenten Toyota bei der Hybridtechnologie verzichten und stattdessen ein eigenes System entwickeln. Medienberichte hatten Mitte September verlauten lassen, Daimler wolle künftig von Toyota dessen Hybridtechnik beziehen. Der Start der Serienproduktion für die gemeinsam mit Evonik gefertigten Batterien ist für 2012 geplant.

 

ThyssenKrupp mit einer Milliarden wieder in der Gewinnzone:
Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp hat in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010 vor Steuern mindestens eine Milliarde Euro verdient. In dem vorangegangenen Geschäftsjahr wurde noch ein Vorsteuerverlust von 2,4 Milliarden Euro verbucht. Die Entwicklung sei vor allem auch auf Einsparungen zurückzuführen, da sich der Umsatz lediglich leicht von 40,6 Milliarden Euro auf rund 42 Milliarden Euro verbessert hat. Aufgrund steigender Nachfrage, vor allem aus der Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie, seien die Auftragsbücher derzeit voll, so dass sowohl Umsatz wie auch Gewinn in dem kommenden Geschäftsjahr deutlich steigen sollen.

ElSchnuppero

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