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Informationspolitik der Banken beeinflusst Kundenverhalten

Ein Fallschirmspringer würde niemals Aktien kaufen

Kathrin Jordan hat deshalb die Risikoinformationen aus den Geschäftsberichten der Banken herausgefiltert und unter anderem das Risikoverständnis der Menschen, sprich mögliche finanzielle Verluste, auf den Prüfstand gestellt. „Die Risikowahrnehmung der Menschen ist unterschiedlich“, weiß sie. „Es gibt Menschen, die begeistert Fallschirm springen und dabei ein gewisses Risiko eingehen, auf der anderen Seite würden sie niemals Aktien kaufen“, erläutert Kathrin Jordan. Sie hat in einer ersten Untersuchung herausgefunden, dass die Risikoinformationen, die Banken preisgeben, eine gewisse Wirkung erzielen. Das heißt, Probanden konnten tatsächlich etwas mit den Angaben des Instituts anfangen.

Welche Informationen sind für den Bankkunden wirklich relevant?

151 Probanden, die in sechs experimentelle Gruppen aufgeteilt wurden, haben eine Sparkasse auf Basis von Jahresabschlussinformationen und Risikoinformationen beurteilt. „Ich konnte anhand der Ergebnisse deutlich erkennen, dass die Risikoinformationen der Kreditinstitute Urteile und Entscheidungen der Teilnehmer beeinflusst haben“, sagt Kathrin Jordan. „Es wird oft kritisiert, die Informationen seien zu kompliziert verpackt.“

Deshalb hat die Wissenschaftlerin auch das Textverständnis der Probanden getestet. „Die Ergebnisse waren besser als erwartet. Trotzdem ist natürlich immer noch Luft nach oben“, sagt sie. Kathrin Jordan sieht ihre ersten Ergebnisse „als Anstoß für weitere Forschungen“. Am Ende soll klar erkennbar sein, welche Risikoinformationen der Banken wirklich für den Kunden relevant sind und welche diese für ihre Urteils- und Entscheidungsfindung heranziehen.

(cs mit Informationsmaterial der Universität Rostock)


Christoph Schroeder

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