Themenserien

Interview mit Prof. Dr. Hubert Schüle

1. Sie sind Professor. Warum haben Sie sich für eine Hochschulkarriere entschieden und was reizt Sie daran?

Zu einer Hochschulkarriere habe ich mich in dem Moment entschlossen, in dem ich das Angebot von der Privaten Fachhochschule in Göttingen bekommen habe. Das Konzept dieser Hochschule verbindet fundierte wirtschaftswissenschaftliche Theorie mit Anwendung in der Praxis in einer für mich sehr konstruktiven und kreativen Weise.

 

2. Wie gestaltet sich Ihr Tagesablauf als Professor?

Das ist sehr unterschiedlich. In der Vorlesungszeit nimmt das Vorbereiten und Durchführen der Lehrveranstaltungen viel Zeit in Anspruch. Dazu kommt die Betreuung unserer Studierenden im Fern und Präsenzstudium bei Diplom-, Bachelor und Hausarbeiten. Mit der Einführung des Bachelorstudiums erhöhte sich der Korrekturaufwand für Klausuren.

Neben diesem „Professor Alltag“ betreibe ich Beratungsprojekte, bei denen ich dann ganztags außer Haus bin. Durch den Aufbau und die Weiterentwicklung unseres Fernstudiums schreibe ich viele Lehrunterlagen, wozu ich allerdings meist erst in den Abend- bzw. Nachtstunden komme.

 

3. Inwieweit halten Sie Kontakt zur Praxis und welche Aktivitäten führen Sie hier durch?

Die Kontakte zur Praxis sind auf verschiedenen Ebenen sehr intensiv. Im Rahmen von Hochschulkooperationsprojekten betreue ich mit Studentengruppen ausgesprochen interessante Praxisthemen. So wurde beispielsweise im vergangenen Semester ein Konzept für ein CRM-System für ein Unternehmen der Investitionsgüterbranche. Durch das Fernstudium, welches mehrheitlich von Berufstätigen absolviert wird, ist man beim Betreuen von wissenschaftlichen Arbeiten automatisch sehr eng an praktischen Aufgaben der Unternehmen dran. Als freiberuflicher Unternehmensberater begleite ich größere Projekte, derzeit beispielsweise die Einführung eines Onlinezubehörkatalogsystems für ein Unternehmen aus der Nutzfahrzeugbranche. Seit einem halben Jahr entwickeln wir an der Hochschule ein eigenes Campusmanagementsystem, bei dem mir die Projektleitung obliegt. Nicht zuletzt – wenn auch in geringem Umfang – bin ich für die IT-Systeme im Hotelbetrieb der Familie meiner Frau zuständig.

 

4. Wie wichtig halten Sie Praxisbezug für Studenten, z.B. in Form von Praktika, außeruniversitäres Engagement, Projekte etc., während des Studiums?

Praxisbezug halte ich für ausgesprochen wichtig. Unsere Studierenden im Präsenzstudium absolvieren bereits während des 3jährigen Bachelor Studiums – in der vorlesungsfreien Zeit sowie im 6. Semester – bis zu 40 Wochen Praktika. Da merkt man gegen Ende des Studiums, dass der Vorlesungsstoff vor den jeweiligen Praxiserfahrungen ganz anders reflektiert und mit guten Fragen kommentiert wird.

 

5. Wie sieht Ihr idealer Student aus und wie würden Sie in diesem Kontext „Erfolg“ definieren?

Der ideale Student findet die richtige „Student Life Balance“ zwischen engagiertem Studium und erlebnisreichem Studentenleben. Sie oder Er hinterfragt kritisch im Unterricht und setzt die erworbenen Kenntnisse engagiert und kreativ in die Praxis um. Erfolgreich ist ein Student wenn er sich ambitionierte Ziele setzt und diese auch erreicht. Darüber hinaus kann der ideale Student singen oder ein Instrument spielen und bereichert während seines Studiums mit diesen Fähigkeiten unsere Hochschulband.

 

6. Was sind Ihre eigenen Werte und wie setzen Sie diese im Alltag um?

Engagement, Ehrlichkeit und Verantwortung gegenüber der Umwelt gehören zu meinen wichtigsten Werten. Engagement bedeutet, die angemessene Zeit in die Arbeit, Familie, Hobby zu stecken, damit man mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Ehrlichkeit erreicht man besten, in dem man sagt das man denkt und tut was man sagt, selbst dann, wenn man dabei mal jemanden vor den Kopf stößt. Verantwortung gegenüber der Umwelt betreibe ich z. B. durch Investitionen in eigene Solar- und Photovoltaikanlagen, durch die Fahrt ins Büro mit dem Fahrrad oder in dem Auto und Motorrad öfters in der Garage bleiben.

 

7. In Zeiten der Wirtschaftskrise stehen Unternehmensführer und Manager stark in der Kritik. Woran denken Sie bei den Worten „kurzfristiger Erfolg“ versus „Nachhaltigkeit“?

Bei diesen Stichworten denke ich an die Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen. Meine Kinder und (späteren) Enkelkinder sollten die Chance haben, unter ähnlich guten Bedingungen arbeiten und leben zu können wie das meiner Generation möglich ist. Kurzfristige Gewinnmaximierung steht diesem Ansatz klar entgegen.

 

8. Welche Person ist Ihr Vorbild und warum?

Die eine Person als Vorbild gibt es bei mir nicht. Ich habe zu den verschiedenen Themen, die mich beruflich oder privat beschäftigen, jeweils eine Reihe von Personen, die ich schätze und von denen ich – so geht es geht – mir etwas abschaue.

 

9. Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen und warum?

Mit meiner Frau. Um das Leben auch einmal aus der Perspektive einer Frau zu sehen und dadurch meinen Horizont zu erweitern.

 

10. Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Man kann jeden Tag etwas dazulernen.

 

 

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Kurzprofil von Prof. Dr. Hubert Schüle

 

Professor für Wirtschaftsinformatik und E-Business – Hubert Schüle wurde 1964 geboren. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Nürnberg folgte die Promotion an der Universität Göttingen. Daran anschließend arbeitete er einige Jahren bei einem Hamburger Beratungshaus an den Themen Geschäftsprozessmanagement, Informationsmanagement sowie Entwicklung und Einführung von ERP-Systemen. Seit 1996 prägt Hubert Schüle die Wirtschaftsinformatik an der Privaten Fachhochschule Göttingen. Parallel dazu ist er weiterhin als Unternehmensberater in der Praxis tätig. In vielen Projekten bildeten sich profunde Kenntnisse der Anforderungen an Informationssysteme in Unternehmen und entsprechender Lösungen. Dieses Wissen fließt unmittelbar in die Lehre ein und wird an die Studierenden weiter gegeben.

 

1. Sie sind Professor. Warum haben Sie sich für eine Hochschulkarriere entschieden und was reizt Sie daran?

Zu einer Hochschulkarriere habe ich mich in dem Moment entschlossen, in dem ich das Angebot von der Privaten Fachhochschule in Göttingen bekommen habe. Das Konzept dieser Hochschule verbindet fundierte wirtschaftswissenschaftliche Theorie mit Anwendung in der Praxis in einer für mich sehr konstruktiven und kreativen Weise.

 

2. Wie gestaltet sich Ihr Tagesablauf als Professor?

Das ist sehr unterschiedlich. In der Vorlesungszeit nimmt das Vorbereiten und Durchführen der Lehrveranstaltungen viel Zeit in Anspruch. Dazu kommt die Betreuung unserer Studierenden im Fern und Präsenzstudium bei Diplom-, Bachelor und Hausarbeiten. Mit der Einführung des Bachelorstudiums erhöhte sich der Korrekturaufwand für Klausuren.

Neben diesem „Professor Alltag“ betreibe ich Beratungsprojekte, bei denen ich dann ganztags außer Haus bin. Durch den Aufbau und die Weiterentwicklung unseres Fernstudiums schreibe ich viele Lehrunterlagen, wozu ich allerdings meist erst in den Abend- bzw. Nachtstunden komme.

 

3. Inwieweit halten Sie Kontakt zur Praxis und welche Aktivitäten führen Sie hier durch?

Die Kontakte zur Praxis sind auf verschiedenen Ebenen sehr intensiv. Im Rahmen von Hochschulkooperationsprojekten betreue ich mit Studentengruppen ausgesprochen interessante Praxisthemen. So wurde beispielsweise im vergangenen Semester ein Konzept für ein CRM-System für ein Unternehmen der Investitionsgüterbranche. Durch das Fernstudium, welches mehrheitlich von Berufstätigen absolviert wird, ist man beim Betreuen von wissenschaftlichen Arbeiten automatisch sehr eng an praktischen Aufgaben der Unternehmen dran. Als freiberuflicher Unternehmensberater begleite ich größere Projekte, derzeit beispielsweise die Einführung eines Onlinezubehörkatalogsystems für ein Unternehmen aus der Nutzfahrzeugbranche. Seit einem halben Jahr entwickeln wir an der Hochschule ein eigenes Campusmanagementsystem, bei dem mir die Projektleitung obliegt. Nicht zuletzt – wenn auch in geringem Umfang – bin ich für die IT-Systeme im Hotelbetrieb der Familie meiner Frau zuständig.

 

4. Wie wichtig halten Sie Praxisbezug für Studenten, z.B. in Form von Praktika, außeruniversitäres Engagement, Projekte etc., während des Studiums?

Praxisbezug halte ich für ausgesprochen wichtig. Unsere Studierenden im Präsenzstudium absolvieren bereits während des 3jährigen Bachelor Studiums – in der vorlesungsfreien Zeit sowie im 6. Semester – bis zu 40 Wochen Praktika. Da merkt man gegen Ende des Studiums, dass der Vorlesungsstoff vor den jeweiligen Praxiserfahrungen ganz anders reflektiert und mit guten Fragen kommentiert wird.

 

5. Wie sieht Ihr idealer Student aus und wie würden Sie in diesem Kontext „Erfolg“ definieren?

Der ideale Student findet die richtige „Student Life Balance“ zwischen engagiertem Studium und erlebnisreichem Studentenleben. Sie oder Er hinterfragt kritisch im Unterricht und setzt die erworbenen Kenntnisse engagiert und kreativ in die Praxis um. Erfolgreich ist ein Student wenn er sich ambitionierte Ziele setzt und diese auch erreicht. Darüber hinaus kann der ideale Student singen oder ein Instrument spielen und bereichert während seines Studiums mit diesen Fähigkeiten unsere Hochschulband.

 

6. Was sind Ihre eigenen Werte und wie setzen Sie diese im Alltag um?

Engagement, Ehrlichkeit und Verantwortung gegenüber der Umwelt gehören zu meinen wichtigsten Werten. Engagement bedeutet, die angemessene Zeit in die Arbeit, Familie, Hobby zu stecken, damit man mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Ehrlichkeit erreicht man besten, in dem man sagt das man denkt und tut was man sagt, selbst dann, wenn man dabei mal jemanden vor den Kopf stößt. Verantwortung gegenüber der Umwelt betreibe ich z. B. durch Investitionen in eigene Solar- und Photovoltaikanlagen, durch die Fahrt ins Büro mit dem Fahrrad oder in dem Auto und Motorrad öfters in der Garage bleiben.

 

7. In Zeiten der Wirtschaftskrise stehen Unternehmensführer und Manager stark in der Kritik. Woran denken Sie bei den Worten „kurzfristiger Erfolg“ versus „Nachhaltigkeit“?

Bei diesen Stichworten denke ich an die Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen. Meine Kinder und (späteren) Enkelkinder sollten die Chance haben, unter ähnlich guten Bedingungen arbeiten und leben zu können wie das meiner Generation möglich ist. Kurzfristige Gewinnmaximierung steht diesem Ansatz klar entgegen.

 

8. Welche Person ist Ihr Vorbild und warum?

Die eine Person als Vorbild gibt es bei mir nicht. Ich habe zu den verschiedenen Themen, die mich beruflich oder privat beschäftigen, jeweils eine Reihe von Personen, die ich schätze und von denen ich – so geht es geht – mir etwas abschaue.

 

9. Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen und warum?

Mit meiner Frau. Um das Leben auch einmal aus der Perspektive einer Frau zu sehen und dadurch meinen Horizont zu erweitern.

 

10. Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Man kann jeden Tag etwas dazulernen.

 

 

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Kurzprofil von Prof. Dr. Hubert Schüle

 

Professor für Wirtschaftsinformatik und E-Business – Hubert Schüle wurde 1964 geboren. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Nürnberg folgte die Promotion an der Universität Göttingen. Daran anschließend arbeitete er einige Jahren bei einem Hamburger Beratungshaus an den Themen Geschäftsprozessmanagement, Informationsmanagement sowie Entwicklung und Einführung von ERP-Systemen. Seit 1996 prägt Hubert Schüle die Wirtschaftsinformatik an der Privaten Fachhochschule Göttingen. Parallel dazu ist er weiterhin als Unternehmensberater in der Praxis tätig. In vielen Projekten bildeten sich profunde Kenntnisse der Anforderungen an Informationssysteme in Unternehmen und entsprechender Lösungen. Dieses Wissen fließt unmittelbar in die Lehre ein und wird an die Studierenden weiter gegeben.

 

ElSchnuppero

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