Wirtschaft

MAN lehnt Übernahmeangebot von VW als zu billig ab

Der Lkw-Bauer MAN hat im Rahmen einer Pressemitteilung das Pflichtangebot zur Übernahme durch den Automobilkonzern Volkswagen abgelehnt. Grund ist das Angebot von VW über 95 Euro je Stammaktie, das sich gegenwärtig leicht unterhalb des Marktwertes von zuletzt 95,29 Euro je MAN-Aktie bewegte. Die Analysten von Independent Research sehen als Kursziel für die MAN-Aktie bei 108 Euro. VW hatte am 31. Mai das Pflichtangebot abgeben müssen, da die Wolfsburger ihren Anteil an MAN über die relevante 30-Prozent-Schwelle gehievt hatten. Parallel dazu wurde auch die kartellrechtliche Prüfung der möglichen Fusion eingeleitet, die im zweiten Halbjahr abgeschlossen sein dürfte. Der MAN-Vorstand und -Aufsichtsrat zeigten sich jedoch nach wie vor von den Vorteilen einer engeren Zusammenarbeit zwischen MAN, VW und dem schwedischen Lkw-Konkurrenten Scania überzeugt. Die Synergien werden in den Bereichen Beschaffung, Entwicklung und Produktion erwartet. VW hatte zuvor bereits zugesichert, die markenspezifischen Eigenschaften von MAN und alle Geschäftsfelder fortbestehen zu lassen, sowie den Firmensitz (München), alle Standorte und alle Stellen zu erhalten. Den Grund des niedrigen VW-Angebots sehen Beobachter in der Absicht der Wolfsburger, ihren MAN-Anteil zunächst nur auf 35 bis 40 Prozent aufstocken zu wollen. Ende Mai hatte VW bereits seine Präsenz im MAN-Aufsichtsrat von drei auf fünf der acht Posten ausgebaut und auch erstmals einen Posten im Vorstand übernommen: Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen wechselte auf den neu geschaffenen Posten des Einkaufschefs in dem MAN-Vorstand.

 

ElSchnuppero

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