Panorama

M.O.S.A.I.K – Social Scouts

startsocial und AGITANO präsentieren die Stipendiaten 2009:

(Text im Original von der Initiative übernommen)

 

Die Diskussion um Bildung in Deutschland ist groß. Besonders die Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund und oder  aus sozial schwacher Familien wird immer wieder kritisiert. Mittlerweile hat jedes vierte Kind in Deutschland unter 15 Jahren einen Migrationshintergrund und die Kinderarmut steigt. Bildung ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe, so dass eine gute Integration dieser Kinder eine wichtige Frage für die Zukunft Deutschlands ist.

 

Unser Projekt wendet sich an Kinder und Jugendliche, die eine Förderung über die Nachhilfe in der Stoffvermittelung hinaus brauchen. Wir möchten ihnen einen Freund zur Seite stellen, der sie durch die kleineren und größeren Schwierigkeiten des Lebens begleitet und hilft, Krisensituationen zu bewältigen. Einmal wöchentlich treffen sich die teilnehmenden Schüler mit ihrem  so genannten Social Scout. Die Treffen selbst können von den Teams individuell gestaltet werden. Hierbei geben sie vor Allem Anregungen für die Gestaltung der Freizeit und unternehmen Tätigkeiten, die alltägliche Kompetenzen schulen und so das Kind fördern ohne eine direkte Nachhilfe zu sein, so können die Teams zum Beispiel gemeinsam kochen. Darüber hinaus zeigt dieses Beispiel dem Kind auch die praktische Verknüpfung zwischen dem in der Schule Gelerntem und dem alltäglichen Leben. So kommen Maßen und Größen in der fünften Klasse im Lehrplan vor und werden zum kochen praktisch angewendet.

 

Für einen erfolgreichen Schulbesuch ist es besonders wichtig auch das Lernen zu lernen. Der Social Scout hilft dem Kind dabei sich selbst zu strukturieren und damit automatisch auch in den Schulalltag mehr Organisation zu bringen.

 

Für die Unternehmungen stehen 15€ monatlich zur Verfügung. Um den Anschluss der Kinder innerhalb der Klasse und Schule zu stärken, finden regelmäßig neben den Einzeltreffen auch Treffen mit der gesamten Gruppe statt, bei denen sich die Kinder, die alle zum gleichen Jahrgang gehören, besser kennen lernen und durch gemeinsame Erlebnisse auch eine Verbindung miteinander aufbauen und Freundschaften entstehen lassen. Hierbei steht das bessere Kennen lernen der eigenen Umgebung im Vordergrund. Durch eine Stadtführung, eine Waldralley und den Besuch verschiedener lokaler Angebote wie demKinder und Jugendtheater, soll den Kindern gezeigt werden, was sie alles in ihrer Stadt unternehmen können, auch ohne viel Geld auszugeben. Darüber hinaus stärkt ein aktiver Theaterworkshop Selbstbewusstsein und Persönlichkeit.

 

Das Projekt endet nach einem Jahr. Langfristig hilft der Social Scout dem Kind auch, sich bspw. einem lokalen Verein anzuschließen, um das Kind auch nach Beendigung des Projektes in das Gemeindeleben einzubinden.

 

Die Social Scouts selbst profitieren ebenfalls von dem Projekt, sie sind hauptsächlich Studierende aus den sozialen Wissenschaften sowie des Lehramtes und können so  wertvolle praktische Erfahrungen für ihre Zukunft sammeln. Die Social Scouts werden ebenfalls einmal wöchentlich in einem Seminar begleitet. Dort findet  ein Austausch mit den anderen Scouts über die Entwicklung der Beziehung und des letzten Treffens  statt. Darüber hinaus wird ihnen ein Einblick in die wissenschaftliche Forschung zu diesem Thema gegeben werden sowie eine theoretische Einführung, für die Fachliteratur bereitgestellt wird. Bei diesen Treffen haben die Mentoren die Möglichkeit Spiele, Bücher, etc. auszuleihen um sie mit dem Schüler zu nutzen.

 

Auch mit den Eltern und Lehrern, ohne die eine ganzheitliche Förderung des Kindes nicht möglich wäre, stehen sowohl die Scouts, als auch die Projektleiterinnen in stetigem Kontakt. In regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Treffen wird mit allen Beteiligten das weitere Vorgehen besprochen.

 

Unser Ziel ist  langfristig eine bessere Integration des Schülers sowohl im allgemeinen und sozialen Leben, sowie auch im Klasen und Schulverband. Die Social Scouts sollen den Schülern helfen mehr Struktur in ihr Leben und damit auch in ihr Schulleben zu bringen und den wichtigen Aspekt des eigenständigen und selbst organisierten Lernens fördern.

 

Die Zukunft Deutschlands hängt maßgeblich davon ab, wie gut es gelingt Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und oder aus sozial schwachen Familien zu integrieren und dabei spielt Bildung eine Schlüsselrolle. Wir möchten also gemeinsam mit den Social Scout, Eltern, Schule und Gemeinde zusammen ein sicheres Netz spannen, um den Schüler aufzufangen, bevor er die Schule verlassen muss und die Schulzeit für beide Seiten zu einer schönen und nicht anstrengend oder quälend empfundenen Zeit werden zu lassen.

 

Seit April dieses Jahres wird das Social Scout Projekt am Graf-Stauffenberg-Gymnasium angeboten. Eine Evaluation folgt nach Beendigung der ersten Kohorte, doch liegen uns bereits viele positive Rückmeldungen von Social Scouts, Schülern, Lehrern und Eltern vor.

 

Ein Radiobericht des lokalen Sender OS Radio berichtet über uns unter http://osradio-podcast.de/2009/10/06/social-scouts/.

 

Das Team von M.O.S.A.I.K

 

Die Gründer des Projektes sind Marie-Ann Marshall, Dhana Indlekofer und Helena Wachtmeester. Dabei übernahm Frau Marshall die vorläufige Leitung und erstellte das inhaltlich theoretische Konzept für das Projekt. Da auch der wichtige Aspekt der Finanz und Buchhaltung abgedeckt werden musste, sprach das Team Anne Eisenblätter an, die in das Projekt einstieg und Frau Marshall in der Leitung unterstützte.

 

Frau Marshall (Projektleiterin) ist im letzten Semester ihres Studiums der Erziehungswissenschaften und legte ihren Professionalisierungsbereich des Studiums auf interkulturelle Pädagogik, Migration und Bildung aus und arbeitet seit mehreren Jahren ehrenamtlich an einer Schule mit hohem Migrationsanteil in der Nachmittagsbetreuung, Sie wird Ihre Abschlussarbeit zur psychoanalytischen Sicht der Migration verfassen und bekam für Ihre Leistungen in der interkulturellen Pädagogik ein Sonderzeugnis der Universität ausgestellt. Zusätzlich leitete sie im vergangenen Wintersemester ein Tutorium zum Thema Gewaltsozialisation männlicher Jugendlicher. Diese Erfahrungen sind und waren sehr wichtig bei der Erstellung und Umsetzung des Projektes.

 

Frau Eisenblätter ( stellvertretende Projektleiterin) studiert Pädagogik im Hauptstudium und verfügt über 5 Jahre Berufserfahrung im Kinder und Jugendtheater bei dem sie sich der Prävention bei sexuellem Missbrauch von Kindern widmet. Durch diese selbständige Tätigkeit konnte sie Qualifikationen im Bereich der Organisation, Finanz und Buchhaltung erwerben und in das Team einbringen. Auch bei den regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen kann sie die Erfahrungen des Präventionsprojektes gut einbringen.

 

Frau Indlekofer ( Seminarleitung) legte innerhalb Ihres Studiums der Erziehungswissenschaften an der Universität Osnabrück ihren Profilbereich auf Bildungstheorien aus und verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Hausaufgabenbetreuung. Darüber hinaus hat sie unter anderem als Reitlehrerin bereits Erfahrungen mit Gruppenleitungen gemacht.

 

Frau Wachtmeester (Seminarleitung), die ebenfalls Erziehungswissenschaften studiert, legte ihren Schwerpunkt auf Sozialpädagogik und konnte durch ein Praktikum in der Jugendhilfe einen Einblick in die Jugendarbeit erhalten. Ebenso wie Frau Indlekofer hat auch sie Erfahrungen in der Hausaufgabenbetreuung sowie mit Jugendfreizeitgruppen.

 

Jedes Teammitglied bringt unterschiedliche private Erfahrungen im Beriech der Kunst, Musik oder Natur mit und darüber hinaus sehr viel Einsatzbereitschaft und Engagement mit sich um ein gesellschaftliches Problem zu lösen.

 

Weiterhin gibt es noch indirekte Teammitglieder. Zum einen eine Diplom Psychologin, für den Fall, dass es Schwierigkeiten mit den Kindern gibt, die die Kompetenzen der Seminar und Projektleitung überschreiten und zum anderen eine Schulleiterin mit vielen Erfahrungen mit Schülern mit Migrationshintergrund.

 

Nähere Informationen zur Initiative M.O.S.A.I.K finden Sie unter xxxx (wird in den nächsten Tagen veröffentlicht).

 

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Kurzprofil startsocial

"Hilfe für Helfer" – unter diesem Motto fördert startsocial seit 2001 den Wissenstransfer zwischen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Unternehmungen. Unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin werden herausragende soziale Initiativen durch individuelle Beratung unterstützt und Netzwerke zwischen ihnen und Unternehmen geschaffen.

 

ElSchnuppero

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