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Motivationsforschung: Wollen allein genügt nicht

Die Macht der unbewussten Motivation

Mithilfe von Standardtests hatten die Psychologen vorab untersucht, wie ausgeprägt das Machtmotiv, also das innere Bestreben, andere zu beeinflussen und zu kontrollieren, der Teilnehmer waren. Die Überlegung war, dass ein hohes Machtmotiv eine mögliche Hilfe für die Aufgabe, den dominanten Vater darzustellen, bieten würde.

Tatsächlich fiel es Versuchspersonen mit starker Machtmotivation leichter, bei der Ice-Age-Szene nicht zu lachen. Kehr: „Daraus schließen wir, dass sie bei der ersten Aufgabe von ihrer inneren Motivation profitieren konnten – und damit mehr Willenskraft für die zweite Aufgabe übrig blieb.“ Bei der Kontrollgruppe, die den Konflikt nacherzählte, gab es diesen Unterschied nicht.

In einem ähnlich gelagerten Experiment gingen die Wissenschaftler einem zweiten Motiv nach: dem Streben, etwas zu erreichen oder zu Ende zu bringen. „Auch hier zeigte sich: Wer eine hohe, eigene Leistungsmotivation hatte, sparte Willenskraft und schnitt insgesamt besser ab“, sagt Gröpel.

Für die Praxis in Unternehmen raten die Forscher, mit gezielten Anreizen die innere Motivation zu erhöhen. Die Personen wenden dann weniger Energie auf, um schwierige Aufgaben zu bewältigen – und sind motivierter für die nächsten Aufträge. Kehr nennt Beispiele: „Einer machtmotivierten Person könnte ein Unternehmen die Leitung über ein eigenes Team übertragen. Dagegen lässt sich ein leistungsmotivierter Mitarbeiter durch ein kreatives Projekt ohne großen bürokratischen Aufwand am besten anspornen.“

(Technische Universität München)


Christoph Schroeder

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