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Pricing Stress Test 2013: Unternehmen verschenken viel Gewinn durch fehlende Preiserhöhungen

Pricing Stress Test 2013 des Beratungsunternehmens Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants

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[Bild: Marko Greitschus / pixelio.de]

“Da ist viel mehr drin”, sagt Harald L. Schedl, Partner der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners über die Gewinnaussichten deutscher Unternehmen. Im vierten Jahr in Folge hat die Beratung den Pricing Stress Test unter den wichtigsten deutschen Aktienunternehmen durchgeführt. Und erneut zeigen die Ergebnisse: Die deutsche Wirtschaft hätte durchaus weiter wachsen können – und das mit geringen Preisveränderungen. Die Analyse geht von einer angenommenen Preiserhöhung von zwei Prozent aus und was diese bewirken könnte: Würden die untersuchten Unternehmen diese Anpassung durchführen, wäre ein Gewinnzuwachs von insgesamt rund 31 Milliarden Euro möglich, das sind sogar drei Milliarden mehr als im vorjahr; dies entspricht einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von mehr als 32 Prozent. So könnten die meisten Unternehmen also zweistellige Gewinne einfahren. Zwölf der untersuchten Unternehmen, die aktuell noch Verluste schreiben, würden durch eine zweiprozentige Preiserhöhung sogar in die Gewinnzone geraten.

Gut zu wissen, dass die deutsche Wirtschaft Wachstumspotenzial hat. Denn die Belastungen durch die anhaltende Schuldenkrise in Südeuropa und tendenziell schwächeres Wachstum in China und Indien erschweren in diesem Jahr 2013 um Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Mehrheitlich bewerten die Unternehmen ihre Geschäftsaussichten im ifo-Geschäftsklimaindex weiterhin als gut. Sie sind aber im 1. Quartal 2013 zurückhaltender als noch zuvor. „Unverständlich, warum die Unternehmen ihr Potenzial in Sachen Preis ungenutzt lassen, der Ansatz ist eigentlich offensichtlich“, so Harald Schedl. Denn mehr als 80 Prozent der untersuchten Unternehmen könnten bei einer Preiserhöhung von nur zwei Prozent mit Gewinnwachstum mindestens im zweistelligen Prozentbereich rechnen. „Kosten kann man irgendwann nicht mehr senken, das ist auch kontraproduktiv. Umsatz steigern, darum geht es, eben, indem man Preise erhöht.“ In vielen Unternehmen wird allerdings das Pricing wenig professionell gehandhabt und eben diese Gewinne damit leichtfertig verschenkt. „Jeder kann seine Preise um die zwei Prozent erhöhen. Das lässt sich bereits anhand weniger, einfach implementierbarer Sofortmaßnahmen erzielen“, so Studienleiter Alexander Thöle, Director bei Simon-Kucher.

Über den durchschnittlich höchsten Gewinnhebel verfügen die Unternehmen aus den Bereichen Logistik/Verkehr/Touristik mit 367% und Print, Medien & Werbung mit 106%. Bei Industrieunternehmen zeigen sich deutliche Unterschiede. Unternehmen mit niedrigen Umsatzrenditen, wie z.B. SGL Carbon, MAN und die Hansa Group, könnten ein Gewinnwachstum bis zu Werten im dreistelligen Bereich erzielen. Aber auch Industrieunternehmen mit hohen Umsatzrenditen wie Linde oder Infineon könnten noch deutlich profitieren. Zwölf der Unternehmen, die aktuell Verluste schreiben, würden durch eine zweiprozentige Preiserhöhung sogar die Gewinnschwelle erreichen, das ist jedes fünfte Unternehmen aus dieser Gruppe.

Die vollständige Analyse zu Preiserhöhungen ist auf Anfrage bei Simon-Kucher & Partners erhältlich:
Anita Müller (Public Relations Manager), Tel: +49 228 9843 352, Fax: +49 228 9843 380, E-Mail: Anita.Mueller@simon-kucher.com

(Simon-Kucher & Partners 2013)

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Marc Brümmer

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