Bauen & Wohnen

Privatleute öffnen ihre Eigenheime. „Tage des Passivhauses“ vom 8. bis 10.11.2013

Wie funktioniert die Wärmerückgewinnung?

Passivhäuser verfügen über eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung. Sie entfernt kontinuierlich verbrauchte Luft aus Küche, Bad und WC. Mittels Wärmetauscher wird die in der Luft enthaltene Wärme genutzt, um die frische Luft zu erwärmen, die dann den Wohn- und Schlafräumen zugeführt wird. Passivhaus-Lüftungsanlagen arbeiten stromsparend und geräuscharm. Durch die geringe, aber gleichmäßige Zufuhr von frischer Luft entsteht keine Zugluft. Gleichzeitig reinigt ein Feinfilter, der ganz problemlos einmal jährlich von den Hausbewohnern ausgetauscht wird, die Luft von Schmutz, Pollen und Aerosolen – ideal für Allergiker. Die Energieeinsparung durch Wärmerückgewinnung aus der verbrauchten Luft liegt bei 75 bis 92 Prozent.

Wie viel Wärme muss zusätzlich zugeführt werden?

Die geringe zusätzliche Heizwärme, die benötigt wird, kann mit jedem üblichen Energieträger erzeugt und mit jedem traditionellen Heizsystem bedient werden. Ein Passivhaus benötigt für die Heizung im Jahr bei üblicher Nutzung nicht mehr als 1,5 Liter Öl oder 1,5 Kubikmeter Erdgas pro qm Wohnfläche. Das bedeutet eine Einsparung von über 90 % gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch in bestehenden Wohngebäuden. Zum Vergleich: Ein Neubau nach gesetzlicher Vorschrift benötigt immer noch 6 bis 10 Liter Öl je qm Wohnfläche.

Stichwort Klimawandel, tropische Sommer, große Fenster: Wird‘s dann richtig heiß im Passivhaus?

Nein, denn die gut gedämmte Gebäudehülle schützt das Gebäude nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer, und die Hitze gelangt von vorneherein gar nicht erst ins Haus. Ein außenliegender Sonnenschutz an den Fenstern verhindert, dass direkte Sonneinstrahlung durch die transparenten Bauteile das Gebäude aufwärmt.

Ist bei der Altbausanierung ein Passivhaus-Standard zu realisieren?

Der Passivhaus-Standard kann bei der Altbaumodernisierung mit vernünftigem Aufwand in der Regel nicht ganz erreicht werden; das liegt unter anderem an den Wärmebrücken durch bestehende Kellerwände. Generell gilt jedoch: Was beim Neubau richtig ist, kann im Bestand nicht falsch sein. Entscheidend für die Kosteneffizienz ist, die ohnehin anstehende Sanierung mit Energiesparmaßnahmen zu koppeln.


Lesen Sie auf Seite 3: Sind Passivhäuser teurer als traditionelle Neubauten?

Christoph Schroeder

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