Technologie

Prototyp zur Reinigung von Industrieabwasser mittels UV-Licht

Das Reinigen von Industrieabwässern ist oftmals problematisch – viele darin enthaltene organische Verunreinigungen können in kommunalen Kläranlagen bislang nicht abgebaut werden. Dies betrifft beispielsweise Prozesswasser aus den Herstellungsprozessen von Lebensmitteln, Metallteilen und Chemikalien sowie der Reinigung von Produktionsanlagen. Ein europäisches Forschungsteam um das Fraunhofer IGB hat ein automatisiertes Reinigungssystem entwickelt, das die organischen Schadstoffe mittels UV-Licht abbaut und auch bereits während der Behandlung den Reinigungserfolg kontrolliert.

Bislang gab es bei den derzeitigen Verfahren zu Vorreinigung der Industrieabwässer vor der Einleitung in das Kanalnetz folgende Probleme: Filtration kann keine gelösten Schadstoffe entfernen, Membranverfahren konzentrieren die Schadstoffe nur, bauen sie aber nicht ab und thermische Verfahren sind sehr energieintensiv.

Das Forscherteam hat nun ein ein Verfahren entwickelt, das organische Schadstoffe oxidativ – ohne den Einsatz von Chemikalien – aus dem Wasser entfernt. Mittels energiereichem UV-Licht werden aus den Wassermolekülen hochreaktive Hydroxidionen abgespalten. In einer Kettenreaktion lösen diese die Bildung weiterer Radikale aus. Treffen diese auf organische Schadstoffe, werden sie in kleinere, biologisch abbaubare Verbindungen wie kurzkettige organische Säuren zerlegt.

Die nun realisierte Demonstrationsanlage kann 100 Liter Abwasser pro Stunde behandeln, dies gilt selbst für hoch belastetes Abwasser aus der Papierherstellung. Der Praxistest soll nun die Daten und Grundlage für ein kostengünstiges industrielles System liefern, das industrielle Abwässer effektiv und ohne den Einsatz chemischer Hilfsstoffe behandelt. Das Projekt „Light4CleanWater“ wurde im 7. Forschungsrahmenprogramm von der EU gefördert.

ElSchnuppero

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