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Tesla-Chef verkündet Revolution des Personenverkehrs: ET3, Hyperloop und 6.500 km/h

Die Revolution des Personenverkehrs: Mit 6.500 km/h deutlich schneller als ein Flugzeug und zugleich sicherer und mit weniger Energieaufwand. Am 12. August stellt kein geringerer als der US-Technologiemogul Elon Musk, Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla Motors sowie der privaten Raumfahrtfirma SpaceX, sein neuestes Projekt „Hyperloop“ vor.


Elon Musk ist als Gründer der Internetfirmen Zip2 und PayPal reich geworden und hat dann mit seinem Elektrosportwagenprojekt Tesla gezeigt, dass er auch vor schwierigen Themen nicht zurückschreckt. Mittlerweile verkaufen sich seine Elektrosportwagen vortrefflich und haben der etablierten Autobauer-Konkurrenz gezeigt, wie man heutzutage als Quereinsteiger einen Zukunftsmarkt erobern kann.

Tesla Model S und Tesla-Supercharger

Nach dem erfolgreichen Tesla Roadstar ist seit 2012 auch das Nachfolgemodell als sportliche 4-Türer Limousine erhältlich. Das Elektroauto wird in drei verschiedenen Varianten angeboten: Die Version mit dem kleinsten Akku ermöglicht eine Reichweite von rund 250 Kilometern und kostet 57.000 US-Dollar (umgerechnet 40.910 Euro). Das Spitzenmodell hat den Angaben zu Folge eine Reichweite von bis zu 460 Kilometern und kostet 77.000 US-Dollar (55.264 Euro). Der Elektroantrieb wurde für den Betrieb bei extrem heißen und kalten Temperaturen entwickelt. Daher verwendet das Akku-Management-System von Tesla zirkulierendes Propylenglykol, um den Akku auf Lithium-Ionen-Basis gegebenenfalls entweder zu heizen oder zu kühlen. Das Model S beschleunigt von 0 auf 100 km/h in rund 5,6 Sekunden und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. An einer Schnellladestation (Supercharger) kann das Elektroauto innerhalb von 45 Minuten vollständig aufgeladen werden – 30 Minuten während einer Atobahnrast reichen dann für 3 Stunden Fahrt. So könnten auch Langstreckenreisen per Elektroautos ermöglicht werden.

Tesla-Chef verkündet Revolution des Personenverkehrs: ET3, Hyperloop und 6.500 km/h
Bild: Marianne J. / pixelio.de

SpaceX und die kommerzielle Raumfahrt

Da das Space-Shuttle-Programm der NASA Mitte 2011 aus kosten- und effizienzgründen eingestellt wurde, fördern die USA als Ersatz die kommerzielle Raumfahrt, um die Lücke zu füllen und sich von russischen Weltraumtransportdiensten wieder unabhängig zu machen. 396 Millionen Dollar gingen bereits an SpaceX (gegründet 2002) und 288 Millionen Dollar an Orbital Sciences Corporation für den Aufbau eines kommerziellen Weltraumtransportsystems. Auch Microsoft-Mitgründer und Multimilliardär Paul Allen hat mit dem SpaceShipOne ebenfalls den Weltraum im Visier: Das SpaceShipOne ist 2004 als erstes privat gebautes bemanntes Fluggerät in den Weltraum in über 100 Kilometer Höhe vorgestoßen.

Die Raumkapsel “Dragon” des US-Unternehmens SpaceX war nun im Juni 2012 das erste kommerzielle Raumschiff, das erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt hat. Die ISS war erst im Mai 2011 offiziell fertiggestellt worden – die Baukosten haben rund 71 Milliarden Euro betragen. Russland hatte daher auf umfangreiche Tests bestanden, bevor die ISS überstürzt eventuellen Risiken eines scheiternden Andockungsmanövers ausgesetzt würde. Zudem sieht die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos – seit dem Rückzug der USA quasi mit einem Monopol in der bemannten Raumfahrt, zusammen mit dem Neuling China – die private US-Konkurrenz naturgemäß skeptisch.

ESA Euronews: Private Unternehmen kommerzialisieren den Weltraum

ET3, Hyperloop und die Revolution des Personennahverkehrs

Was sich genau hinter Elon Musks Ankündigung der Revolution des Personennahverkehrs verbirgt wird erst am 12. August 2013 offiziell verkündet. Das Internet ist jedoch bereits voll mit Spekulationen. Vermutlich basiert „Hyperloop“ auf der ET3-Technologie (Evacuated Tube Transport Technology / Vakuumröhren-Transporttechnik). Damit sind Geschwindigkeiten von bis zu 6.500 km/h möglich. Das bedeutet Berlin-Peking in etwas über einer Stunde oder in 45 Minuten von New York nach Los Angeles. Die Baukosten betragen nur 10 Prozent einer Hochgeschwindigkeitszugstrecke, die Beschleunigung fällt mit 1G deutlich geringer aus als in einem Sportwagen und die Engerie für das System kann ökologisch-regenerativ gewonnen werden. Als Antrieb soll eine Magnetschwebetechnik eingesetzt werden, als Energiequelle deutet alles auf Solarstrom hin.

“Wir werden das Design der Alphaversion von Hyperloop am 12. August veröffentlichen”, hat Elon Musks auf seinem Twitter-Kanal angekündigt. Sobald er die konkreten Details der Öffentlichkeit mitgeteilt hat, sei diese dazu aufgerufen, ihr Feedback zu dem neuartigen Transportvehikel abzugeben. “Kritische Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge sind erwünscht.”

Einen Ausblick auf die ET3-Technologie bietet folgendes Youtube-Video

(mb)

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Marc Brümmer

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