Wirtschaft

ThyssenKrupp muss wegen Kartell mit Schadensersatz rechnen, Aktien für 1,7 Mrd. verkauft

Der Skandal um das Kartell „Schienenfreunde“, zehn Stahlhersteller, die jahrelang zu hohe Preise abgesprochen haben, hat nun das erste Manageropfer bei ThyssenKrupp gefordert. Der für die „Schienenfreunde“ zuständige Bereichsleiter Uwe Sehlbach (Geschäftsbereich Materials Services für die Eisenbahntechnik) musste seinen Hut nehmen. Ihm sei zwar keine Beteiligung an dem Kartell nachzuweisen, aber er trage die politische Verantwortung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit noch. ThyssenKrupps Linzer Konkurrent Voestalpine dürfte hingegen straffrei aus der Affäre kommen, da das Unternehmen mit einer Selbstanzeige die Aufklärung ins Rollen gebracht hatte und nun als Kronzeuge fungiert. Auch ThyssenKrupp will vollumfänglich mit dem Bundeskartellamt und der Staatsanwaltschaft kooperieren und hofft damit auf Milde.Durch das Kartell ist den Kunden, hauptsächlich der Deutschen Bahn, ein Schaden von mindestens einer Milliarde Euro entstanden. Die Bahn hat bereits angekündigt, eine Klage auf Schadensersatz zu prüfen.

Zum Abbau des Schuldenberges von 6,5 Milliarden Euro will der Stahlkonzern ThyssenKrupp 49,48 Millionen eigene Aktien auf den Markt werfen, das entspricht 9,6 Prozent des Grundkapitals. Der Stahlkonzern hatte die Aktien zwischen 2006-08 in insgesamt drei Programmen zurückgekauft, zu je 27,09 Euro 35,34 Euro und 33,98 Euro. Der Schlusskurs am Mittwoch betrug 34,30 Euro, das entspräche somit 1,72 Milliarden Euro. Insgesamt sollen auch Geschäfte mit einem Umsatz von zehn Milliarden Euro verkauft werden (betroffen sind 35.000 der 180.000 Beschäftigten, darunter auch die 11.000 der Edelstahlsparte). Der Verkauf der zivilen Sparte der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss an den arabischen Schiffbaukonzern Abu Dhabi Mar ist allerdings kürzlich geplatzt. (Umsatz ThyssenKrupp 2010: 42,621 Milliarden Euro, Ergebnis nach Steuern: 927 Millionen Euro.)
 

ElSchnuppero

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