Wirtschaft

Übernahme deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich zu billig

In kaum einem Industrieland ist der Zukauf von Unternehmen so billig wie in Deutschland. Konform mit dem deutschen Gesetz musste für die Übernahme von deutschen Firmen im Jahr 2010 lediglich ein Aufpreis von durchschnittlich 4,25% auf den Aktienkurs bezahlt werden. Europaweit sind es 35%, in den USA sogar 45%. Laut Christoph Seibt von der Anwaltskanzlei Freshfields ist dies ein Beleg für den vergleichsweise geringen Schutz von deutschen Unternehmen vor Übernahmen. Wäre der Schutz höher, müssten die Aufkäufer höhere Preisaufschläge zahlen. Ein wesentliches Instrument der Aufkäufer ist das Spiel mit der 30-Prozent-Hürde. So bauen in Deutschland die Firmenkäufer häufig zunächst einen Aktienbesitz von knapp unter 30% auf. Weil dann nur noch wenige Aktien benötigt werden, um über die entscheidende 30-Prozent-Hürde zu kommen, bei der der Käufer allen Aktionären den gesetzlichen Mindestpreis, den Durchschnittskurs der drei Monate vor Bekanntgabe des Angebots, zahlen muss, werden in der Regel nur geringe Prämien als Aufschlag zum gesetzlichen Mindestpreis geboten. So wurden von Anfang 2010 bis Ende Juni 2011 von den 39 Übernahme- und Pflichtangeboten in Deutschland in 28 Fällen lediglich der gesetzliche Mindestpreis geboten.
 

ElSchnuppero

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