Energie & Umwelt

16-mal effizientere Urananreicherung – technologischer Fortschritt vereinfacht Proliferation von Atomwaffen-Technologie

In den USA soll erstmals ein Werk für die kommerzielle Nutzung einer neuen Technologie zur Anreicherung von Uran entstehen. Die Technologie ist dabei 16-mal effizienter als die gängige Anreicherung mittels Zentrifugen. Die Silex-Methode wurde von australischen Wissenschaftlern entwickelt und nutzt die Energie eines Lasers (Silex: „Separation of Isotopes by Laser Excitation“). Das Uranhexafluoridgas wird dabei mit einem CO2-Laser bei einer Wellenlänge von 16 Mikrometern bestrahlt.

Die Technik soll eingesetzt werden, um Brennstäbe für Atomkraftwerke auf die in der Regel notwendigen 5% anzureichern. Allerdings birgt die Technologie auch die Gefahr, dass das Uran leichter als bislang auf die für den Bau von Atombomben notwendigen 85% angereichert werden kann. Durch die Effizienzsteigerung könnte eine Silex-Anlage rund 75% weniger Fläche einnehmen, als eine vergleichbare Zentrifugen-Anlage, da auch deutlich weniger Energie verbraucht wird, würden die Anlagen zudem weniger Abwärme abgeben. Geheimanlagen könnten sich dadurch deutlich besser verstecken lassen.

Laut Berichten von „Welt Online“ plant nun die Firma Global Laser Enrichment, ein Tochterunternehmen von GE Hitachi Nuclear Energy, in Wilmington (North Carolina) die weltweit erste kommerzielle Silex-Anlage. Die Kosten für die Anreicherung von Brennstäben soll dadurch um 50% sinken, was einem durchschnittlichen US-amerikanischen Stromverbraucher rund 66 Cent bei seiner Stromrechnung pro Monat einsparen soll. Eine Genehmigung seitens der US-Behören steht allerdings derzeit noch aus.

Nun haben Physiker weltweit vor den möglichen Gefahren der neuen Technologie zur Urananreicherung gewarnt, da sie die Proliferation von atomwaffenfähigen Material und damit den Bau von Atombomben vereinfachen würde. So auch Professor Wolfgang Sander, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: „Die mit dem Silex-Verfahren verbundenen Risiken gilt es genau zu prüfen. Die Verbreitung von Kernwaffentechnologie muss unter allen Umständen vermieden werden.“ Mit einem Informationsblatt weist die Deutsche Physikalische Gesellschaft auf die Gefahren hin.
(mb)

 

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