Wirtschaft

ADAC verklagt Mineralölkonzerne wegen E10

Der Automobilclub ADAC hat die Mineralölkonzerne Aral, BP, Jet, OMV und Shell angezeigt. Grund ist, dass die Ölkonzerne an vielen ihrer Tankstellen den Autofahrern neben dem neuen Biokraftstoff E10 vielerorts kein herkömmliches Super mehr als Alternative anbieten, sondern nur noch das teurere Super Plus, das rund acht Cent teurer ist als das E10. Damit würden die Konzerne gegen die gesetzlichen Regelungen zur E10-Einführung verstoßen: Anbieter von Super E10 müssen demnach gleichzeitig auch ein entsprechendes "klassisches" Superbenzin E5 mit niedrigerem Ethanol-Anteil vorhalten. Die Benzinpreise in Deutschland gehören mittlerweile zu den höchsten in Europa. Laut dem Hamburger Energie-Informationsdienst EID liegt Deutschland bei den Benzinpreisen sowohl mit als auch ohne Steuern auf Rang vier unter den 27 EU-Ländern. Bislang lag Deutschland bei den Benzinpreisen ohne Steuern im europäischen Vergleich im unteren Drittel, meistens zwischen Rang 20 und 25. Der ADAC unterstützt ausdrücklich die Einführung des Super E10, besteht aber darauf, dass den Verbrauchern die Wahlfreiheit zwischen den Kraftstoffarten erhalten bleiben müsse. Mineralölkonzerne, Tankstellen und der ADAC beklagen allerdings zusammen, dass sie bei dem Kampf um die Akzeptanz von E10 von der Politik im Stich gelassen werden und die mangelnde Bereitschaft der politischen Akteure, sich klar zum Biosprit zu äußern und die Zweifel an der Umweltverträglichkeit zu beseitigen.
 

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