Erneuerbare Energien

Methoden zum Einsparen von Energie und Ressourcen in Unternehmen

Energie sparen und Abfall vermeiden: In Unternehmen ist dafür modernste Technologie gefragt. Aber nicht nur. Auch die Motivation von Vorgesetzten und Angestellten kann ein wichtiger Faktor sein. „Nach einer Fraunhofer-Studie lassen sich in der Produktion allein dadurch mittelfristig mindestens 25 Prozent Energie einsparen – großes Umweltentlastungspotenzial, das es auszuschöpfen gilt“, betont Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Methoden zum Einsparen von Energie und Ressourcen in Unternehmen
Produktionsalltag in Deutschland: Ob ein Mitarbeiter ressourcenschonend arbeitet oder viele Abfallstoffe anfallen, hängt auch stark von seiner Motivation ab.
© Dr.-Ing. Stefan Slawik

Die Universität Bayreuth erarbeitet nun einen Leitfaden, der auch Firmen auf höchstem technischen Stand zeigen soll, wie sie durch den „Faktor Mensch“ noch umweltfreundlicher produzieren können. Im Projekt sollen Daten zum Energie- und Ressourcenverbrauch erfasst und über Leuchtanzeigen sichtbar gemacht werden. So sollen beispielsweise „Nachlässigkeiten“ im  individuellen Verhalten direkt aufgespürt und vermieden werden. Auch Möglichkeiten materieller Anreize sollen geprüft werden. Die DBU gibt 220.000 Euro.

Im Vordergrund steht das Optimieren von Nebenprozessen

„Wir wollen zunächst in den beteiligten Unternehmen prüfen, wie die Mitarbeiter den Ressourcenverbrauch beeinflussen können, um dann Einsparpotenziale festzulegen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper vom Lehrstuhl Umweltgerechte Produktionstechnik der Universität Bayreuth. Im Vordergrund stehe das bisher eher vernachlässigte Optimieren von Nebenprozessen wie etwa das Einrichten von Maschinen. Ein Problem sei etwa, dass ein schnelleres Umstellen von Maschinen auf neue Produkte oft mit einem hohen Verbrauch von Reinigungsmitteln einhergehe – das verbessere zwar die Produktivität, erhöhe aber die Kosten. Ziel sei es, den Ressourcenverbrauch im gesamten Produktionsprozess zu verbessern, erklärt DBU-Experte Dr.-Ing. Jörg Lefèvre.

Aus Ergebnissen soll Leitfaden zur Mitarbeiter-Motivation erstellt werden

Ein wichtiger Schritt sei es dann, auf Basis der Ergebnisse Methoden zu entwickeln, mit denen alle Mitarbeiter zu einem ressourcensparenden Verhalten motiviert werden. „Wann ist es zum Beispiel wirksam, den Arbeiter mit Leuchtanzeigen auf seinen individuellen Ressourcenverbrauch und Möglichkeiten zum Einsparen hinzuweisen?“ Die erfassten und verarbeiteten Daten sollten zum einen für Fortbildungen in Form von Flyern und Broschüren zur Verfügung stehen. Zum anderen sollten sie auch branchenübergreifend in einem Leitfaden zur Mitarbeiter-Motivation zusammengefasst werden.

Weiterentwickeln von Bonussystemen und materiellen Anreizen zu Einsparung von Energie

Von dem Leitfaden profitierten vor allem Unternehmen, die ohne eine neue Anlagetechnik Ressourcen einsparen wollen, sagt Steinhilper. „Wir orientieren uns dabei zum Beispiel an Leitfäden zur Mitarbeiter-Motivation für umweltbewusstes Verhalten vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und der Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur. Allerdings ist durch verschiedene Studien bekannt, dass schriftliche Informationen allein Mitarbeiter nicht ausreichend motivieren.“ Deshalb arbeiteten einige Unternehmen mit Bonussystemen und materiellen Anreizen, um zu ressourcenschonendem Verhalten anzuregen. Diese Methoden sollten ebenfalls weiterentwickelt werden.

„Leuchtanzeigen können Einfluss auf individuelles Handeln haben“

Brickwedde: „Ob ein Mitarbeiter zum Beispiel darauf achtet, weniger Abfall zu produzieren oder eine Maschine mit Sorgfalt auf ein neues Produkt einzustellen, hängt stark von seiner Motivation ab. Die wächst, wenn er eigenverantwortlich arbeiten kann. Daher können richtig eingesetzte Rückkopplungs-Systeme zum Beispiel in Form von Leuchtanzeigen großen Einfluss auf sein individuelles Handeln haben und somit auch direkt auf den Energie- und Ressourcenverbrauch eines Unternehmens haben.“

Projekt verspricht erweiterte und betrieblich umsetzbare Ergebnisse

„Durch das Zusammenspiel von Wissenschaft und mehrerer mittelständisch organisierter produzierender Unternehmen verspricht das Projekt erweiterte und betrieblich umsetzbare Ergebnisse“, sagt Steinhilper. Kooperationspartner sind das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung aus Nürnberg, Lauterbach-Kießling aus Seybothenreuth, Federnfabrik Dietz aus Neustadt, Klubert + Schmidt aus Pottenstein, Sebald & Co. aus Marktredwitz und Wibond Informationssysteme aus Parkstein.

(DBU)

Christoph Schroeder

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