Wirtschaft

Fachkräftemangel Adieu? Interview mit StartUp-Gründer Martin Triebel von Azubis-Suchen

Im Juni wird die Plattform "Azubis-Suchen" online gehen und den Bereich der Fachkräftevermittlung ordentlich aufwirbeln. Wir haben die Gelegenheit genutzt und haben uns mit dem StartUp-Gründer Martin Triebel, Kopf von 4Side-Coaching und Gründer von Azubis-Suchen, zu einem kurzen Interview getroffen.

1. Guten Tag Herr Triebel, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin 26 Jahre alt und habe nach meiner Lehre zum Drucker, mein Studium an der MHMK in München gemacht. Meine Studienrichtung war Medienmanagement, mit der Fachrichtung PR und Kommunikation. Seit 2009 bin ich hauptberuflich Berufsschullehrer im staatlichen Berufsbildungszentrum des Saale-Orla-Kreises (Schulteil Pößneck). Nebenberuflich bin ich als Berater für Medientechnik und Marketing tätig.

2. Wie kam es zu der Idee zu „Azubis suchen“?

Zu der Idee zu Azubis-Suchen kam es bei einer Autofahrt nach Hause. Ich hatte an diesem Tag mit Schülern der Berufsfachschule eine interessante Unterhaltung. Die Schüler beschwerten sich darüber, dass wenn sie sich bewerben, keiner nach ihren Interessen und Fähigkeiten fragte, sondern lediglich nach ihren Noten.
Während der Autofahrt hörte ich im Radio dann wieder einmal, dass wir in Deutschland einen eklatanten Fachkräftemangel haben und dass es viele Initiativen gibt, die freie Stellen anbieten würden. Nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass immer der Schüler zum Unternehmen kommen muss, aber doch angeblich nicht genug „gute“ Schüler vorhanden wären. So kam mir die Idee, ähnlich wie es Headhunter machen, eine Plattform zu gründen, bei der sich das Unternehmen beim potenziellen Azubi bewirbt.

3. Was genau bietet „Azubis suchen“ an und an welche Zielgruppe richtet sich das Angebot?

Azubis-Suchen bieten den etwas anderen Weg um Auszubildende für sich zu gewinnen. Die Plattform macht es den Schülern möglich durch Eingabe ihrer Fähigkeiten und Interessen einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Dabei spielen die Noten im ersten Durchgang keine Rolle. Die Zielgruppen sind somit zum einen die Unternehmen, die ausbilden wollen, und zum anderen Schüler die eine Ausbildung suchen.
 

4. Über welches Alleinstellungsmerkmal verfügt „Azubis suchen“?

Das Alleinstellungsmerkmal ist ganz klar die Umkehrung des Bewerbungsprozesses. Bei Azubis-Suchen bewerben sich die Unternehmen bei den Schülern und nicht wie bei anderen Angeboten, der Schüler beim Unternehmen. Im Grunde ist Azubis-Suchen eine Headhunting-Plattform für Auszubildende.

5. Welche Schwierigkeiten gab es beim bisherigen Entwicklungsprozess? Gab es auch positive Aspekte während dieses Zeitraums?

Schwierigkeiten gab es vor allem bei der Finanzierung der Programmierung. Dieses Problem wurde jedoch durch den Vorstand der Kreissparkasse Saale-Orla behoben. Herr Schmidt und sein Mitarbeiter Nils Leucht erklärten sich bereit die Plattform zu unterstützen und das nötige Kapital zur Umsetzung bereit zu stellen. Desweiteren wurde durch die Unterstützung der Programmierer, insbesondere durch Florian Fiegel und Christoph Helmes, das Projekt Realität. Auch der Arbeitskreis Schule Wirtschaft SOK und 4side Design halfen gründlich dabei mit, das Projekt umzusetzen.

6. Wie groß ist die Konkurrenz und wie gut ist diese im angestrebten Zielbereich aufgestellt?

Die Konkurrenz in diesem Bereich ist sehr groß, doch diesen Weg wie ihn Azubis-Suchen geht gibt es so noch nicht in Deutschland. Die anderen Plattformen haben auch ihre Berechtigung und ich finde jedes Engagement der Weiterentwicklung als sehr lobenswert.

7. Welche zukünftigen Entwicklungen haben Sie für das Projekt noch angedacht?

Zukünftig soll Azubis-Suchen Deutschlandweit Verbreitung finden und zu einem wichtigen Werkzeug werden um Schüler in eine Ausbildung zu bekommen, weil diese Schüler die Zukunft der deutschen Wirtschaft sind. Es soll desweiteren eine „Schwester-Plattform“ zu Azubis-Suchen geben, bei der sich jüngere Schüler nach einen „Traumjob“ umschauen können. Damit soll es – wenn ich mir etwas wünschen darf – in Zukunft keine Schüler mehr geben, die sich als höchstes Ziel Hartz 4 setzen. Denn mit dieser Einstellung helfen die Schüler weder sich noch der Gemeinschaft, sondern sie schaden beidem.

Vielen Dank für das Interview und die interessanten Einblicke zu Azubis-Suchen.
 

Das Interview führte Sebastian Mosig (Redakteur Agitano).

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