Themenserien

Freche Frauen führen besser

8 – Führung und Motivation – Frauen führen andeutungsweise

 

Frauen führen anders. Männer und Frauen haben beim Führungsstil durchaus  viele Eigenschaften gemeinsam. Aber die Unterschiede reichen aus, um einen eigenen,  weiblichen Führungsstil zu identifizieren. Sehr oft wird gepredigt, dass dem weiblichen Führungsstil hierzulande die Zukunft gehört. Wenn dies zuträfe, dann wäre die Anzahl der weiblichen Führungskräfte im deutschsprachigen Raum bereits sehr viel höher.

 

Was also brauchen Frauen tatsächlich, um weiterzukommen, und inwieweit hilft ihnen der sogenannte weibliche Führungsstil dabei? Und noch wichtiger: Inwieweit behindert Sie dieser weibliche Führungsstil auf dem Weg nach oben?

 

Erste Einsicht: Der weibliche Führungsstil ist weder besser noch schlechter als der männliche. Er ist einfach nur anders. Ob er „besser“ oder „schlechter ist“, hängt davon ab, ob er Frauen weiterbringt. Dieser Frage gehen wir in den folgenden Kolumnen nach und sehen uns fünf Aspekte  des weiblichen Führungsstils genauer an:

 

Das sind

– Die indirekte – andeutungsweise – Führung

– Die konfliktscheue Führung

– Die beziehungsorientierte Führung

– Die kritischen Führungselemente

– Die speziellen Führungsvorteile

 

Der indirekte Führungsstil – Andeuten statt anweisen

 

Männer geben Anweisungen. Frauen machen Andeutungen. Eine Coaching-Kundin beschwerte sich bitter bei mir: „Mein Mitarbeiter hat tatsächlich einen total unübersichtlichen Bericht in der Vorstandssitzung vorgelegt, obwohl ich ihm gesagt hatte, was noch zu ändern sei.“ Ich fragte meine Kundin, wie sie sich denn ausgedrückt hätte. Nun, meinte sie, ich sagte: „Der Bericht sieht schon ganz gut aus, aber den Tabellenteil könnte man noch übersichtlicher gestalten.“ Es ist klar, dass der männliche Mitarbeiter hier nicht reagiert und optimiert hat. Er hat gehört: „Der Bericht sieht schon ganz gut aus“. „Könnte man“ ist für ihn keine Aufforderung etwas zu tun. Also legte er den unkorrigierten Bericht dem Vorstand vor.

 

Frauen müssen in der Kommunikation mit männlichen Mitarbeitern lernen, sich direkt auszudrücken. Beobachten Sie sich selbst genau: Erkennen Sie, wann Sie wie führen. Und wann Sie nur andeuten. Wenn Frauen ihr zögerliches Führungsverhalten nicht wahrnehmen, können sie kurz nach der Beförderung einen raschen Absturz erleben, weil sie mit ihren neuen Mitarbeitern scheinbar nicht klar kommen. Dabei kommen die Mitarbeiter mit der neuen Chefin nicht zurecht, weil sie oft gar nicht wissen, was die von ihnen erwartet.

 

Einige typische Fälle des Führens durch Andeuten sind: „Das muss schnell noch erledigt werden“: Bis wann ist „schnell“ konkret? Dem Mitarbeiter muss gleichzeitig gesagt werden, welche andere Aufgabe er für diese neue Aufgabe schieben oder kürzen kann. Oder: „Behandeln Sie diesen Kunden bevorzugt“. Stellen Sie klar, was „bevorzugt“ ist. Heißt es, Rabatte einzuräumen, den Kunden häufiger anzurufen, zum Essen auszuführen?. Missverständnisse  können schnell  teuer werden, wenn Ihr Mitarbeiter z. B. ohne Rücksprache mit Ihnen Sonder-Rabatte einräumt.

 

Warum deuten Frauen an?

 

Sie wollen nicht als böse Vorgesetzte dastehen, keine Konflikte erzeugen oder den Mitarbeiter nicht bevormunden? Sie wollen  nicht so brutal und direkt wie ihre männlichen Chef-Kollegen rüberkommen? Ein klassischer Fall der zahlreichen„weiblichen Dilemmata“. Wir wissen, dass unser Stil manchmal versagt, möchten aber  nicht so wirken wie  manche Männer. Dass sich diese Frage  nicht wirklich stellt, dass der Widerspruch zwischen Klarheit und Höflichkeit gar keiner ist, darauf kommen nur die wenigsten Frauen. Nämlich die erfolgreichen. Diese Frauen können eine Anweisung durchaus klar und direkt, aber doch höflich und wertschätzend formulieren. Klare Anweisungen führen nicht zum Konflikt, Konflikte entstehen durch unbeantwortete Fragen. Also beantworten Sie sie!

 

Frauen haben oft  Angst, als „Mannweiber“, „Beißzangen“ oder ähnlich tituliert zu werden. Männer akzeptieren von anderen Männern klare Anweisungen und knappe Fristen zur Erledigung einer Aufgabe sehr viel leichter als von Frauen. Weisen Sie nicht an wie ein Mann, wenn Sie  nicht so wirken  wollen. Frau kann auch anweisen, ohne hart zu sein. Finden Sie Ihren passenden Sprachstil. Das geht durch Üben mit viel Selbstdisziplin oder  mit Hilfe von Trainern und Coaches.

 

Es lohnt  die Mühe, den eigenen Führungsstil zu entdecken.

 

Das nächste Mal sehen wir uns den konfliktscheuen Führungsstil näher an…

 

 

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Das Buch zum Thema:

Das Führungsbuch für freche Frauen

Autoren: Cornelia Topf | Rolf Gawrich

Umfang: 296 Seiten

Austattung: Broschur

Format: 16,8 x 22 cm

ISBN: 978-3-636-01466-5

 

 

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Über Cornelia Topf:

 

Seit über zwanzig Jahren unterstützt Cornelia Topf als internationale Managementtrainerin und zertifizierter Businesscoach namhafte Unternehmen aller Größen und Branchen. Zu ihren Schwerpunkten gehören zielführende Kommunikation und erfolgsorientierte Körpersprache.  Insbesondere die Förderung von Frauen liegt der promovierten Wirtschaftswissenschaftlerin am Herzen. Die Geschäftsführerin von „metatalk Kommunikation & Training“ in Augsburg ist Autorin vieler Fachbücher und Ratgeber, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Sie ist zudem eine gefragte Expertin in den Medien. www.metatalk-training.de

 

 

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