Regionales

IHK Nord: Angespannte Lage bei den Reedern bleibt wichtiges Thema

Am 24. September hat die IHK Nord in Hamburg gemeinsam mit den Wirtschafts- und Verkehrsministern der fünf Küstenländer über die derzeit schwierige Situation der deutschen Reeder beraten. Die 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern innerhalb der IHK Nord fordern von der Politik mehr Unterstützung.

Otto Lamotte, Präses der Handelskammer Bremen und Vorsitzender der IHK Nord, sagt: „Die Lage auf den Schifffahrtsmärkten bleibt sehr angespannt. Mit einer Erholung rechnen wir frühestens im 2. Halbjahr 2014.“ Er fordert von Bund und Ländern konkrete Maßnahmen, um die Situation für die Reeder zu erleichtern. So wäre ein stärkeres Engagement der staatlichen KfW-Bank mit Überbrückungskrediten oder Sonderbürgschaften bei der Schiffsfinanzierung ein wichtiger Baustein zur Überwindung der Krise.

Zudem stelle die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sehr hohe Ratinganforderungen an Schiffskredite: Banken dürfen derzeit nur einmal für drei Jahre Tilgungsaussetzungen gewähren, sonst bekommen sie selber Bewertungsprobleme. Dieses Jahr wird die Dreijahresfrist bei vielen restrukturierten Schiffen auslaufen.

„Neben einer Änderung der gängigen Bewertungsmethoden für Schiffe muss auch die Überschuldungsregelung der Insolvenzordnung verlängert werden“, so der Vorsitzende der IHK Nord. Die derzeitige Vorschrift wurde im Zuge der Finanzkrise 2008 geändert. Sie gilt noch bis Ende 2013. Mit ihr sollte verhindert werden, dass überschuldete Betriebe einen Insolvenzantrag stellen müssen. Voraussetzung ist aber, dass die erfolgreiche Fortführung des Unternehmens den Umständen nach überwiegend wahrscheinlich ist.

„Wir hoffen, dass sich die Minister und Senatoren der Küstenländer weiterhin mit Nachdruck in Berlin für unsere Forderungen einsetzen. Es geht jetzt um den Erhalt des Reedereistandortes Deutschland“, betont Lamotte.

Auf der gemeinsamen Sitzung diskutierten die Politik- und Wirtschaftsvertreter des Weiteren über das (norddeutsche) Bildungssystem, die Verkehrspolitik der Küstenländer, die Verflechtung der maritimen Wirtschaft mit der bundesweiten Wirtschaft, die Biotechnologiebranche im Norden sowie europapolitische Themen mit Auswirkungen auf Norddeutschlands Wirtschaft, wie bspw. die Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie.

Die IHK Nord vertritt die Interessen der norddeutschen Wirtschaft bei der sogenannten Küstenwirtschaftsministerkonferenz (KüWiVerMinKo), die gestern in Hamburg stattfand. Mit der Konferenz positionieren sich die Nordländer gemeinsam bei bestimmten wirtschafts- und verkehrspolitischen Themen gegenüber dem Bund und der EU.
 

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