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Ölpreis: Rabatte durch Tankkarten bei hohem Benzinpreis besonders lukrativ

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[Bild: Kurt F. Domnik / pixelio.de]

Mobilität hat ihren Preis – dies spiegelt sich nicht zuletzt in den Kraftstoffpreisen wieder: Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) legte der Preis für Superbenzin zwischen August 2002 und 2012 um 60 Prozent zu, der Preis für Diesel sogar um mehr als 80 Prozent. Zum Vergleich: Die Preise im öffentlichen Personennahverkehr erhöhten sich dagegen um 42 Prozent, die Bahntickets im Schnitt um rund 38 Prozent. Besonders Geschäftskunden haben allerdings die Möglichkeit, durch eine Tankkarte Rabatte zu bekommen und so am Benzinpreis zu sparen – je größer die Firmenflotte, desto höher die Ersparnis (siehe unten). Zunächst jedoch ein Überblick über die Preisbildung auf dem deutschen Tankstellenmarkt.

Der deutsche Tankstellenmarkt

Der Wettbewerb auf dem deutschen Tankstellenmarkt wird von fünf großen Anbietern geprägt: Laut einer Untersuchung des Bundeskartellamts 2011 kommt der britische Mineralölkonzern BP mit seiner deutschen Tankstellenkette Aral auf rund 23,5 Prozent Marktanteil, die niederländisch-britische Shell auf 22 Prozent, die zur us-amerikanischen ConocoPhillips gehörende Jet kommt auf 10 Prozent und Esso (ExxonMobil / USA) und die französische Total jeweils auf 7,5 Prozent. Vor dem Hintergrund dieser Marktmacht hat das Bundeskartellamt auch von einem Oligopol auf dem deutschen Kraftstoff-Markt gesprochen, „das sich gegenseitig keinen wesentlichen Wettbewerb“ machen würde – mit entsprechend höheren Preisen für die Verbraucher als bei einem funktionierenden Wettbewerb.

Markttransparenzstelle: Mehr Transparenz für billigere Preise

Die Spritpreise haben dabei zuletzt Anfang 2012 für erheblichen Unmut bei den deutschen Autofahrern gesorgt. Eine Verquickung mehrerer Ursachen hatte die Kraftstoffpreise neuerlich deutlich oberhalb der Inflation steigen lassen. Zudem haben auch die Preisschwankungen (Volatilität) innerhalb weniger Tage und sogar innerhalb eines Tages in den letzten Jahren stark zugenommen, was den Verdacht der „Spritpreisabzocke“ (so eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion) erhärtete. Um dem entgegenzuwirken hatte die Bundesregierung dann im Mai 2012 die Einrichtung einer Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beschlossen. Sie soll alle Tankstellen erfassen, eine technische Infrastruktur zum Melden der Preise schaffen und dann eine Webseite mit entsprechenden Smartphone-Apps zur Verfügung stellen, damit die Bürger und Autofahrer in Deutschland eine Vergleichsmöglichkeit besitzen, wie hoch gerade der Preis auf dem Markt ist und wo man gerade besonders billig tanken kann. Im Herbst 2013 soll die Behörde ihren Dienst aufnehmen. Im Ergebnis rechnet die Politik mit einer transparenteren Preisbildung auf dem deutschen Tankstellenmarkt und einer preislichen Entlastung der Verbraucher.

Verwerfungen auf dem internationalen Markt bleiben

Die Regelung zur Markttransparenzstelle für Kraftstoffe kann aber nur auf dem deutschen Markt Wirkung entfalten. Ungelöst sind die weiteren Kostentreiber innerhalb der Verarbeitungskette, von der Förderung über die Raffinerien bis zur Zapfsäule. Eine erste Manipulationsebene ergibt sich direkt bei den Förderländern. Die Neue Züricher Zeitung hat 2011 von der Strategie Saudi-Arabiens berichtet, wonach der größte Ölförderer der Welt eine Million Barrel mehr pro Tag fördere als er laut seiner OPEC-Vorgabe dürfe (8 Mio. Barrel). Durch die niedrigere OPEC-Fördervorgabe wird der Preis hochgehalten und der Markt dann hintenrum zu den höheren Preisen mit einer Million Barrel pro Tag zusätzlich beliefert. Bei einem Preis von über 100 Dollar pro Barrel macht das für die private Schatztruhe der absolutistischen Golfmonarchie einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag aufs Jahr gerechnet aus. Die anderen OPEC-Ölförderstaaten würden dabei ähnlich agieren (mehr Informationen hier).

Der OPEC-Generalsekretär Abdullah El-Badri wiederum gab am Rande des World Economic Forums (WEF) in Wien im Juni 2011 eine weitere interessante Innenansicht der Branche preis und schob den Schwarzen Peter für die hohen Ölpreise an die Spekulanten im Ölgeschäft weiter: „Es gibt genug Öl auf dem Markt und die Lager sind gut gefüllt.“ Es werde allerdings seinen Worten nach täglich 35-mal so viel Öl gehandelt wie verbraucht. So solle laut El-Badri niemand den Tatbestand von sich weisen, es würde keine Spekulation geben. Dieser Tatbestand hat sich durch die massive Verbreitung des Hochfrequenzhandels in den letzten Jahren noch verstärkt, der im Endeffekt nur noch ein super schnelles Wetten ist, statt längerfristiger Anlagen zur Kreditvergabe der Unternehmen in der Realwirtschaft. Die Rohstoffspekulation hat dabei laut der DIHK allein den Unternehmen der deutschen Wirtschaft Mehrausgaben von 30 Milliarden Euro im Jahr 2010 beschert – gewettet wird dabei auf Öl, Devisen, Metalle, Lebensmittel etc. (mehr Informationen hier).

Ein Großteil der Gewinne wird zudem nicht auf dem Tankstellenmarkt beim Endverbraucher erzielt, sondern in der langen Kette von der Förderung über die Raffinerie bis zu den Tankstellen. Die Konzerne, die sämtliche Glieder dieser Kette besetzen, zählen zu den größten Gewinnern: Die fünf großen Multis ExxonMobil, Shell, Chevron, BP und ConocoPhillips haben 2011 dank des hohen Ölpreises bei im Vergleich zum Vorjahr nahezu unveränderten Förderkosten einen Nettogewinn nach Steuern in der Höhe von 139 Milliarden Dollar gemeldet. Dies nahm US-Präsident Obama zum Anlass, den fünf Großen eine Steuerersparnis in den USA über zusammen 24 Milliarden Dollar pro Jahr zu streichen, da die Gewinne hoch genug seien. Da die Gewinne aber jedes Jahr noch höher sein müssen als im Vorjahr, setzten sich letztendlich die Öl-Lobbyisten im US-Senat durch und die Rücknahme der Steuervergünstigung scheiterte (mehr Informationen hier).

Über die größte deutsche Tankstellenkette Aral

Die Tankstellenkette Aral ist mit rund 2.400 Tankstellen der größte Anbieter auf dem deutschen Tankstellenmarkt. Das Unternehmen geht auf eine im Jahr 1881 bei Gelsenkirchen entstandene Kokerei zurück, die das Nebenprodukt Benzol vertrieb. Daraus entwickelte sich dann im Zuge des Automobilbooms vergleichsweise schnell die „Deutsche Benzolvereinigung“. Der Name Aral selbst entstand um 1924. Damals wurde ein Ottokraftstoff entwickelt, der ein Benzin-Benzol-Mischungsverhältnis von 6 Teilen Benzin und 4 Teilen Benzol aufwies. Da Benzol zu der chemischen Gruppe der ARomaten und Benzin zu den ALiphaten gehört, wurde der neue Kraftstoff BV-Aral getauft (BV = Benzol-Verband). Der Name ging dann in der Folge einer Umfirmierung im Jahr 1952 auch in den Unternehmensnamen über. Im Jahr 2002 wurde das Unternehmen dann von der britischen BP übernommen.

Die Aral-Card

Der Tankstellenbetreiber Aral bietet mit seinen Tankkarten mehrere Vorteile auf einmal: Aral betreibt das größte Tankstellennetz in Deutschland, Karteninhabern wird ein Rabatt auf den Benzinpreis gewährt, Geschäftskunden behalten die volle und übersichtliche Kostenkontrolle über ihre Fahrzeugflotte und die Abrechnung erfolgt einfach über eine Monatsrechnung. Mehr Informationen zu den Vorteilen der Tankkarten, die sich besonders für die Fahrzeugketten von Unternehmen rechnen, auf www.aralcard.de – zu den Tankkarten der Konkurrenz siehe die entsprechende Website der jeweiligen Tankstellenkette.

Video-Tipp

Ein besonderes Juwel aus über 130 Jahren Benzingeschichte in Deutschland ist der historische Werbefilm von Aral über sein bleifreies Benzin.

(mb)

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Marc Brümmer

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