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Pockenvirus zur Tumorzellen-Bekämpfung könnte Durchbruch in der Krebsforschung sein

Der Pockenvirus Myxoma ist in der Lage, in Krebszellen von Hunden einzudringen und diese zu vernichten, während gesundes Gewebe vollkommen verschont wird. Dies gilt jedoch nur für eine modifizierte Version des Virus, welcher unter normalen Umständen nicht auf Menschen oder Hunde übertragbar ist. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität von Illinois im Rahmen einer Studie, die sich mit krebskranken Hunden beschäftigt.

Virale Behandlung vielversprechend

"Virale Systeme stellen ein starkes Werkzeug zur Bekämpfung der Tumorzellen dar, weil sie die Oberflächenstruktur des erkrankten Gewebes erkennen und dieses selektiv auswählen. Außerdem können Viren dazu genutzt werden, therapeutische Arzneimittel zu den Krebszellen zu transportieren", so Walter Berger, stellvertretender Leiter des Instituts für Krebsforschung an der Medizinischen Universität Wien, im Gespräch mit pressetext. Trotzdem könne diese Behandlungsmethode noch nicht im breiten Rahmen eingesetzt werden, da die erkrankten Zellen extrem wandelbar sind.

Laut Studienleiterin Amy MacNeil haben viele Krebsarten schwache Abwehrmechanismen gegen Virusinfektionen. Deshalb kann ein onkolytischer Virus dazu fähig sein, Tumore zu bekämpfen und zur gleichen Zeit gesunde Zellen zu schützen. Da herkömmliche Behandlungsmethoden wie Chemotherapie und Strahlenbehandlung nicht nur Krebszellen, sondern auch gesundes Gewebe abtöten, könnte diese Studie ein Durchbruch in der Krebsforschung sein.

Immunsystem wird unterstützt

Ergänzende Studien zeigen, dass ein erneuter Krankheitsausbruch bei Tieren, deren Krebs durch eine Virusinfektion erfolgreich bekämpft wurde, äußerst unwahrscheinlich ist. Sogar bei operativer Entfernung eines Tumors kann das Risiko einer wiederkehrenden Erkrankung durch eine virale Therapie gesenkt werden. MacNeil zufolge verhindert der Krankheitserreger die Entstehung eines Tumors, indem er das Immunsystem trainiert, die schädlichen Krebszellen zu erkennen und sie anzugreifen.

Der eigentliche Sinn des Experiments besteht jedoch darin, einen Zusammenhang zwischen menschlichen und tierischen Zellen herzustellen. Mithilfe des Virus wäre es nicht nur möglich, Hunde, sondern auch Menschen zu heilen, da man sie als Tiermodelle für menschliche Krankheiten einsetzen könnte.

Den Studienautoren nach ist dieser Denkansatz sehr nahe liegend, weil Menschen und Hunde unter den gleichen Umweltbedingungen leben und denselben kanzerogenen Stoffen im Wasser ausgesetzt sind.

Weitere Informationen:

www.illinois.edu
www.meduniwien.ac.at/krebsforschung

Quelle: Carolina Schmolmüller | pressetext.redaktion

 

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