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Spiritualität – was ist das?

Gemäß Wikipedia bedeutet Spiritualität (von lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘) im weitesten Sinne Geistigkeit und kann eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung meinen. Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht dann auch immer für die Vorstellung einer geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit.
Obwohl die angeführte Definition schon irgendwie das umschreibt, was ich als Spiritualität im Geschäftsleben erlebe, wirkt sie auf mich dennoch sehr abstrakt. Sie ist für mich wenig fassbar. Was ist mit der skizzierten Geistigkeit gemeint? Wie drückt sich angeführte Haltung aus? Woraus besteht sie? Und welche praktische Bedeutung hat die geistige Verbindung zum Transzendenten?

Wie erlebe ich Spiritualität? Ich erlebe die skizzierte Geistigkeit zum Beispiel als Vertrauen. Spirituell geprägte Menschen verfügen über ein natürliches Grundvertrauen. Dieses Vertrauen ist unbedingt und hat seine Wurzeln nicht in der realen Welt. Ganz im Gegenteil. Dort wird es nur immer wieder enttäuscht. Aber das Vertrauen ist dennoch da. Es kommt aus einer anderen Ebene. Es ist Ausdruck einer Verbindung, die über die Erscheinungen in der realen Welt hinaus reichen. Es äußert sich im Vertrauen in mich selbst, in meine weiblichen und männlichen Kollegen und Mitarbeiter, in meine Geschäftspartner oder in meine Kunden.

Eine zweite Ausprägung der Geistigkeit liegt meines Erachtens beispielsweise in den Themen Wertschätzung und Respekt. Wer sich in der Verbindung zu etwas über die reale Welt hinaus Reichendem erlebt, weiß von innen heraus, dass alles Äußerliche letztlich nur Ausdruck eines gemeinsamen Ganzen ist. Er wird seinen Mitmenschen und der Natur immer wertschätzend und respektvoll begegnen. Er wird versuchen, die Welt auch aus der Sichtweise der Betroffenen zu sehen und dabei feststellen, dass es auch andere Sichtweisen gibt, als die eigene.

Ein dritter Aspekt von Spiritualität liegt für mich in den Themen Demut und Bescheidenheit. Wer in seiner Haltung aus Geistiges ausgerichtet ist, spürt, dass er über begrenzte Fähigkeiten zur Einsicht in die Wahrheit verfügt. Er überblickt, dass die Vorgänge im Geschäftsleben und in der Natur eine Komplexität haben, die weit über das hinaus geht, was er mit seinem Verstand begreifen kann.

Für mich bedeutet Spiritualität also in erster Linie also sich selbst und die Welt aus einem bestimmten Blickwinkel heraus zu sehen und zu verstehen. Dies gilt immer und jederzeit. Gerade auch im Geschäftsleben. Gerade auch dann, wenn Probleme auftreten und Dinge schief laufen. Dann zeigt sich, wie tief Spiritualität verwurzelt ist. Spiritualität ist nichts, das nur an Sonntagen gilt oder das nur in Zeiten absoluter Entspannung relevant ist.

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Über den Autor

Hans-Jürgen Krieg ist Autor der Buchserie „Der kleine Igel“. Er coacht Unternehmen und Personen im Hinblick auf die praktische Nutzung ihrer spirituellen Potenziale. Mit seinem tiefgreifenden Verständnis für die Zusammenhänge des Lebens und seiner über 30 Jahren Erfahrungen im Geschäftsleben unterstützt er die Beteiligten beim Bau von Brücken, mit denen sie die reale Welt mit ihrer „inneren Quelle“ verbinden. www.ifef.de

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