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AGITANO Wochenschau – Rückblick auf die KW 11/2013

Nachrichten für UnternehmerInnen, Fach- und Führungskräfte und Selbstständige:

EU-Vergleich: Arbeitskosten in Deutschland im Jahr 2012 um 2,6% gestiegen, dabei erhöhten sich die Kosten für Bruttoverdienste um 3,0%, die Lohnnebenkosten um 1,2%. Im Zeitraum 2002 bis 2011 hatte das durchschnittliche jährliche Wachstum der Arbeitskosten in Deutschland nur 1,6 % betragen – allerdings wurde das mit Reallohnverlusten bei einer breiten Bevölkerungsschicht erkauft. Im EU-Vergleich wiesen 2012 Estland, Rumänien, Bulgarien, Litauen und Ungarn den höchsten Anstieg der Arbeitskosten auf – Italien, Spanien, Niederlande, Zypern und Slowenien den geringsten.

Buchtipp: Kostenfreies statistisches Taschenbuch Tarifpolitik 2013. Antworten, Tabellen und Grafiken zu Fragen wie: Wie hoch war die durchschnittliche Tarifsteigerung im Jahr 2012? Wo gibt es welche Mindestlöhne, welches Urlaubsgeld, Jahressonderzahlung, Kündigungsfristen, Schichtzuschläge, Ausbildungsvergütung oder wie ist die Streikhäufigkeit im internationalen Vergleich? Auch als kostenloses PDF zum Downloaden… (130 Tabellen und Übersichten einzeln oder komplett zum Herunterladen)

Leitfaden: Nachhaltige Investitionen in nachhaltige Technologien – verstärkte Zusammenarbeit. BMU-Leitfaden zu den Principles for Responsible Investment der Vereinten Nationen. Die PRI sind eine freiwillige Selbstverpflichtung institutioneller Investoren (Banken etc.) für ein nachhaltiges und verantwortliches Investieren. Da deutsche Unternehmen weltweit zu den Marktführern bei nachhaltigen Technologien zählen, bieten sich hier riesige Chancen auf dem Weltmarkt.

Whitepaper: E-Bilanz-Einführung: Der ERP-Software-Hersteller HS – Hamburger Software hat das 12-seitige Whitepaper „E-Bilanz-Einführung“ herausgegeben. Der Ratgeber gibt Handlungsempfehlungen und erklärt den Ablauf einer E-Bilanz-Erstellung.

Fachkräfte: BQ-Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen. Das BQ-Portal hilft Unternehmen bei der Bewertung der Fachkräfteausbildung im Ausland. Inzwischen sind dort bereits über 20 Länderprofile und 337 Berufsbilder zu finden. Das schafft Transparenz für die Unternehmen im Hinblick auf ausländische Berufsabschlüsse und verbessert somit zudem auch die beruflichen Chancen ausländischer Fachkräfte…

89,7% der Auszubildenden bestehen duale Ausbildung: Die Verdienstmöglichkeiten liegen im Schnitt bei 737 Euro pro Monat, Alter und Schulausbildung der Auszubildenden steigt dabei stetig an. Das Durchschnittsalter beim Abschluss der Ausbildung betrug 2011 22,0 Jahre. 43% besaßen die Fachhochschulreife bzw. allgemeine Hochschulreife, 36 % einen Realschulabschluss. Meister verdienen dann im Schnitt mehr als ein Viertel der Hochschulabsolventen, auch ihre Arbeitslosenquote ist geringer. Diese Löhne winken in den verschiedenen Ausbildungsbereichen (454 bis 968 Euro pro Monat).

Mehr als die Hälfte aller Prozesse wegen Patentverletzung enden ohne Urteil. Nirgendwo in Europa werden so viele Patentverletzungsprozesse verhandelt wie in Deutschland. Dennoch enden die meisten mit einem Vergleich oder der Prozess wird fallengelassen. Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung hat die Gründe in einer Studie analysiert.

Umweltfreundliche Lacke: Schwermetalle durch natürliche Enzyme ersetzt. Alkydharze sind mit 700.000 Tonnen im Jahr die in der EU am häufigsten eingesetzten Lacke. Bislang enthalten diese das potenziell krebserregende Schwermetall Kobalt in einer der 20-fachen Menge des ab 2014 zugelassenen Grenzwertes. Grazer Forschern ist es nun gelungen, dieses Schwermetall durch natürliche Enzyme eines Baumschwamms zu ersetzen.

FAQ zum Leistungsschutzrecht von Thomas Schwenke, Rechtsanwalt (u.a. für Social Media) und Betreiber des Blogs „I Law IT“. Dabei wird unter anderem auch beantwortet, ob und wann Blogs und Onlineangebote vom Leistungsschutzrecht betroffen sind, inwieweit Suchmaschinen und Aggregationsdienste eingeschränkt sind, ob auch das Teilen von Inhalten auf Social Media Kanälen dadurch beeinflusst wird und wie es mit Twitterwalls und RSS-Feeds aussieht…

Weitere interessante Nachrichten der Woche

Konjunktur: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2013. Die Stimmungsindikatoren deuten auf eine Belebung ab dem Frühjahr hin. Auch im Euroraum gibt es Anzeichen für eine Stabilisierung ab der zweiten Jahreshälfte. Die positiven Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt setzen sich fort und stützen die binnenwirtschaftliche Entwicklung.

Verbraucherpreise, Teuerungsrate: Teuerungsrate weiter rückläufig – die Verbraucherpreise haben sich im Februar 2013 im Jahresvergleich um +1,5% erhöht. Deutlich teurer wurden aufgrund der EEG-Erhöhung Strom mit +12,4%, Haushaltsenergie +5,4%, Nahrungsmittel +3,1% , Obst +7,2%, Fleisch und Fleischwaren +5,4%. Günstiger waren vor allem Bohnenkaffee -4,6%, Geräte der Unterhaltungselektronik -7,0%, Informationsverarbeitungsgeräte -4,0% und aufgrund des Wegfalls der Praxisgebühr ärztliche Dienstleistungen -19,2%. Die genaue tabelarische Auflistung im Artikel…

Privater Konsum: Die privaten Konsumausgaben sind zwischen 2000-2012 deutlich um real (preisbereinigt) 7,2% auf 1,52 Billionen Euro gestiegen und stützen damit in bedeutendem Maß die deutsche Wirtschaft, 24,4% des privaten Konsums wird dabei für Wohnkosten ausgegeben – ein im europäischen Vergleich hoher Wert. Allerdings hat auch die Ungleichheit in Deutschland weiter zugenommen: Während die Einkommen aus Vermögen und Unternehmensgewinnen seit der Jahrtausendwende um 50% zulegen konnten, sind die Reallöhne um 1,8% gesunken. Zugleich werden Vermögende in Deutschland deutlich weniger belastet als in den anderen großen europäischen Volkswirtschaften, wie ein Vergleich der Staatsquoten belegt…

Starker Preisverfall im Emissionshandel bedroht europäische Klimapolitik: Dennoch weitere Förderung deutscher Produktionsunternehmen durch das Bundeswirtschaftsministerium in Form von Zuschüssen für deren indirekte CO2-Kosten beschlossen. Deutschland kann zwar die Kyoto-Vorgaben einhalten, allerdings gehen große Teile der gewünschten Lenkungswirkung des Emissionshandels, den Unternehmen wirksame Anreize für Ressourceneffizienz und klimafreundliche Investitionen zu bieten, verloren.

Studie korrigiert Altmaiers „Billionen“-Rechnung: Energiewende ist ein Gewinn. Grund für die überhöhten Kosten in Altmaiers Rechnung seien rund dreimal so hoch angesetzte und falsche Kosten der Erneuerbaren Energien (203 Milliarden Euro statt 677 Milliarden Euro) sowie verschwiegene und unberücksichtigte Erträge und Gewinne.

Innovation: Seegras als optimaler Dämmstoff für Gebäudesanierung: Angeschwemmtes Seegras fällt an den Küsten massenhaft an und wurde bisher nutzlos deponiert. Ein deutsches Forschungskonsortium hat den Rohstoff nun nutzbar gemacht: Seegras ist schwer entflammbar, schimmelresistent und lässt sich ohne chemische Zusätze als idealen Dämmwerkstoff für Gebäude nutzen. Aufgrund seiner hohen Wärmespeicherkapazität hält er das Gebäude zudem an heißen Tagen kühl und schützt vor Hitze.

Das Smart Home wird 2025 Standard: Intuitiv per Smartphone, Gesten und Sprachsteuerung nutzbare, vernetzte und fernsteuerbare Smart Home-Funktionen werden bis 2025 zur Basisausstattung bei Neubauten zählen, aber auch erschwingliche Nachrüst-Pakete werden erhältlich sein. Das VDE-Zertifizierungsprogramm Smart Home + Building soll nun entsprechende Standards und Prüfsiegel entwickeln, um Deutschland auf seinem Weg zum Leitmarkt und Leitanbieter zu unterstützten. Hintergrundinformationen im Artikel…

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Wir hoffen, Sie erhalten mit dieser Wochenschau eine interessante Retrospektive auf einige Highlights der vergangenen Woche. Zugleich wünschen wir ein schönes und erholsames Wochenende.

Ihre AGITANO Redaktion

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