Regionales

Baden-Württemberg: Reallöhne steigen im Jahresdurchschnitt 2011 um 1,9%

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen die Reallöhne der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer in Baden-Württemberg im Jahr 2011 um durchschnittlich 1,9 %. Nach hohen Reallohnzuwächsen, vor allem in der ersten Jahreshälfte, schwächten sich die Steigerungsraten im weiteren Jahresverlauf allerdings merklich ab. Während im 2. Quartal 2011 noch der höchste Reallohnanstieg seit mehr als drei Jahren vermeldet werden konnte, lagen die Verdienststeigerungen im 4. Quartal 2011 nur noch knapp über der Preissteigerungsrate.

Trotz der sich im Jahresverlauf 2011 abschwächenden Verdienststeigerungen, konnte für die Beschäftigten in Baden-Württemberg in allen Quartalen des vergangenen Jahres eine günstigere Reallohnentwicklung als im Bundesdurchschnitt festgestellt werden. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde für das gesamte Bundesgebiet im 4. Quartal 2011 sogar erstmals seit zwei Jahren wieder ein Reallohnrückgang von -0,2 % ermittelt. Der Reallohnindex stellt die preisbereinigte Bruttoverdienstentwicklung (inklusive der Sonderzahlungen) der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich, jeweils im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, dar.

Der nominale Bruttojahresverdienst, einschließlich aller Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich in Baden-Württemberg lag im Jahr 2011 bei 47.052 Euro. Im Durchschnitt erreichten Männer dabei mit 50.825 Euro einen deutlich höheren Jahresverdienst als Frauen mit 37.714 Euro. Erwartungsgemäß weisen die Bruttojahresverdienste auch qualifikationsbedingt eine enorme Spreizung auf. So verdienten bspw. ungelernte Arbeitnehmer/-innen mit 28.469 Euro weniger als ein Drittel des durchschnittlichen Bruttojahresverdienstes von leitenden Arbeitnehmer/-innen mit 86.324 Euro.

Insgesamt, über alle Wirtschaftszweige hinweg, lag die bezahlte Wochenarbeitszeit mit 38,8 Stunden im Jahresdurchschnitt 2011 um 0,4 Stunden höher als noch im Jahr 2010 mit 38,4 Stunden. Vor allem in der Industrie wurde wieder länger gearbeitet. Die Arbeitszeit im Produzierenden Gewerbe stieg von 37,3 Stunden im Jahr 2010 auf 38,2 Stunden im Jahr 2011.

Gravierende Verdienstunterschiede bestanden auch im vergangenen Jahr zwischen den einzelnen Branchen. Die höchsten Bruttojahresverdienste in Baden-Württemberg wurden im Jahr 2011 im Wirtschaftszweig «Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung« mit 72.793 Euro sowie im Bereich «Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie« mit 67.700 Euro gezahlt. Ebenso überdurchschnittlich wurde auch in der Energieversorgung mit 65.045 Euro und im Fahrzeugbau mit 63.264 Euro verdient. Weitaus geringer fielen dagegen die Durchschnittsverdienste in den Bereichen Einzelhandel mit 34.224 Euro, «Hersteller von Nahrungs- u. Futtermitteln« mit 32.334 Euro sowie im Gastgewerbe mit 26.687 Euro aus. Ebenso weit unterdurchschnittliche Löhne und Gehälter wurden im Bereich «Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen« mit 27.503 Euro gezahlt, darunter insbesondere in der Zeitarbeitsbranche mit 21.748 Euro.

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