Energie & Umwelt

China erkauft sich über die Hälfte der Ölproduktion von Ecuador

Ecuador brauch dringend Geld. Von dem Internationalen Währungsfonds möchte Staatspräsident Rafael Correa kein Kredit aufnehmen, weil dieser mit strengen Sparmaßnahmen einher gehen würde. China hingegen hat ein für Correa attraktiveres Kreditangebot gemacht. Die Volksrepublik hat Ecuador einen Kredit von zwei Milliarden US-Dollar mit einem Zinssatz von 6,9% bewilligt. An einen Teil des Kredites sind gewisse Erwartungen gebunden, wie z.B. der Ausbau der Infrastruktur des Landes und mitunter die Finanzierung eines Wasserkraftwerkes, dass von der chinesischen Gesellschaft Sinohydro an der Grenze zwischen dem ecuadorianischen Andenhochland und dem Amazonas-Urwald gebaut wird. Der Hauptgrund für den Kredit ist jedoch von wirtschaftlicher Natur: Ecuador hat zugestimmt 52% seiner Ölproduktion nach China zu exportieren. Damit erhofft sich China seinen steigenden Hunger nach Öl zu befriedigen. Zuvor wurden bis zu 75% des Öls an die USA geliefert, wovon das Land Correa zufolge nicht viel hatte. Der bewilligte Kredit entspricht 12% des gesamten BIPs von Ecuador.

Das südamerikanische Land ist das zweitärmste des Kontinents und hat in den letzten zehn Jahren schwere wirtschaftliche Zeiten durchlebt. Jetzt erwartet die Regierung wegen der hohen Binnennachfrage, steigenden Öleinnahmen und der chinesischen Geldspritze ein Wachstum von 4,2 Prozent in den Jahren 2011 und 2012, höher als das Wachstum der meisten anderen südamerikanischen Staaten. Der Boom hat jedoch eine Kehrseite. In diesem und im nächsten Jahr muss das Land wegen des Kredits drei Milliarden US-Dollar an China zurückzahlen. Die Generalüberholung der größten Öl-Raffinerie des Landes 2012, wegen der Ecuador dann sogar Öl importieren muss, wird die Öl-Einnahmen drosseln und die Rückzahlung weiter erschweren.

Ecuador hat in der Vergangenheit für aufregen gesorgt, weil es in einem der weltweit bedeutendsten Nationalparks der Welt nach Öl bohren will. Unter dem Boden des Parks lagern mindestens 846 Millionen Tonnen Öl wenn nicht sogar doppelt oder dreifach soviel. Die internationale Gemeinschaft hatte bisweilen versucht dieses Vorhaben zu verhindern, bisher vergebens.

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