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Dax Unternehmen könnten mit Integrated Reporting punkten

Integrated Reporting, die freiwillige Form der Berichterstattung, birgt gerade für börsennotierte Unternehmen immense Chancen, um wieder Vertrauen zu schaffen. Das geht aus einer Analyse der Wirtschaftprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor, die dazu die Geschäftsberichte aller 30 Dax-Unternehmen genau unter die Lupe nahm.

Gewinnt an Relevanz

Glassfassade, Unternehmen
Mehr Transparenz durch Integrated Reporting? (Bild: lichtkunst.73 / pixelio.de)

Beim Integrated Reporting berücksichtigen Unternehmen auch nichtfinanzielle Themen, die aber für ihren nachhaltigen Erfolg von Bedeutung sind. Darunter zählen unter anderem Humankapital, intellektuelles Kapital, Naturalkapital und Soziales Kapital. Schon jetzt machen 27 Prozent der Dax-Unternehmen Angaben zu unterschiedlichen Aspekten des Integrated Reporting und immerhin ein Großteil von 60 Prozent informiert zumindest zu einzelnen dieser Themen. Nur 13 Prozent berichten noch gar nicht oder nur im minimalen Umfang.

Die Zahlen zeigen, dass Integrated Reporting durchaus an Relevanz gewinnt. Jedoch herrscht bei vielen Unternehmen ein hohes Maß an Unsicherheit ,wie sie diese Form der Berichterstattung angehen sollen. Harald Kayser, bei PwC verantwortlich für den Geschäftsbereich Wirtschaftsprüfung sagt dazu: „Es fehlen Standards und einheitliche Messmethoden.“

Zusammenhänge bislang nicht sichtbar

Ein Umstand, dem mithilfe des International Integrated Reporting Councils (IIRC) Abhilfe verschafft werden soll. Dabei handelt es sich um ein von Unternehmen, institutionellen Investoren, Standardsetzern, aber auch Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften formuliertes Rahmenwerk, das Inhalte und Prinzipien für diese Form der Berichterstattung formuliert.

Damit sollen sich Werttreiber besser als bisher darstellen. „Bislang verknüpfen Unternehmen die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Kapitalquellen und nichtfinanziellen Indikatoren nicht, wie unsere Untersuchung der Dax-Unternehmen zeigt“, so Kayser. Ein Beispiel für eine typische Wirkungskette: Zwar reduziert eine Investition in die Aus- und Fortbildung das finanzielle Kapital, andererseits erhöht sich dadurch das Humankapital. Qualifizierte Mitarbeiter können langfristig einen besseren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten.

Viele offene Fragen

Integrated Reporting wirft in der aktuellen Unternehmerpraxis noch viele Fragen auf. Denn bislang liegen über die nichtfinanziellen Treiber eines Unternehmens nur wenige Informationen vor. „Im Vergleich zum Finanzbereich fehlt es an etablierten Verfahren und Messmethoden“, erläutert Kayser. Während sich in der Finanzberichterstattung allgemein akzeptierte Key-Performance-Indikatoren etabliert haben, fehlen für die nichtfinanziellen Informationen noch solche Standards. Zu den jetzt anstehenden Aufgaben gehört es, Leitlinien für eine transparente, vergleichbare und branchenbezogene Umsetzung zu entwickeln. Ein Prozess, der sich nicht von heute auf morgen realisieren lässt.

(cs mit Informationsmaterial von PwC)

Christoph Schroeder

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