Diverses

Die Evolution der Karten und des Kartendruckes

Seien wir mal ehrlich. In den modernen Zeiten funktioniert so gut wie alles über eine beziehungsweise mehrere Karten: Geldgeschäfte, Arztbesuche, Versicherungsleistungen oder auch das ganz simple Dauerparken… All diese Dienstleistungen funktionieren nach demselben Prinzip – per gedruckter Karte. Doch die wenigsten haben sich jemals darüber Gedanken gemacht, wo eben jene Karten herkommen.

Scheckkartenformat – mehr Hightech als gedacht

Natürlich kommen diese winzigen, rechteckigen Helfer aus einem Spezial Kartendrucker oder auch Chipkartendrucker. Diese unterscheiden sich beispielsweise von Etikettendruckern dahingehend, dass sie über eine Einzelkartenzufuhr oder Eingabemagazin verfügen. Die Zufuhr der Etikettendrucker basiert wiederum auf Endlosmaterial. Die Kartenabmessungen sind üblicherweise 85,60 × 53,98 mm. Standardisiert nach ISO 7816 als ID-1. Dieses Format wird auch bei Debit-, Kredit-, Krankenversicherungs-, Telefonkarten, dem EU-Führerschein oder beim elektronischen Personalausweis verwendet. Man spricht auch vom Scheckkartenformat. Die Kartendrucker werden über entsprechende Druckertreiber oder mittels einer eigenen Programmiersprache angesteuert.

Historische Ursprünge

In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es nur wenige Möglichkeiten Karten zu personalisieren. Eine davon war der Betrieb von sogenannten Monochromdruckern, die jedoch den Nachteil einer zu geringen Auflösung hatten. Diese begann bei 2,75 Punkten/Millimeter und schaffte dann später noch 8 Punkten/Millimeter.

Doch im Jahr 1989 kam es zur Revolution. Bei der Firma Dai Nippon Printing gelang die Erfindung des Thermosublimationsdruckes, mit dessen Hilfe der Weg für vierfarbig druckende Kartendrucker frei wurde – hier kamen mehrzonige Farbbänder nach dem CMYK-Farbsatz zum Einsatz. Zwar war der erste Drucker, der dieses Verfahren nutzte mit 45 kg nicht wirklich handlich, aber auch das konnte die rasante Entwicklung nicht bremsen.

Flexibilisierung der Varianten und Preisabstieg

Von nun an ging es bei der Kartenpersonalisierung mit großen Schritten voran. Während zu den Anfängen die Modelle und ihre Ausgabemöglichkeiten durch vorgegebene Schriftarten und -größen eingegrenzt waren, konnten durch die Implementierung der Unterstützung von TrueType-Fonts auch diese Fesseln gesprengt werden und ganz nebenbei wurde auch der heute noch existierende Druckauflösungsstandard von 300 dpi eingeführt. Das große Problem zu diesem Zeitpunkt war weniger technischer Natur, sondern eher preislicher: Die meisten Modelle lagen deutlich über 20.000 DM. Erst 1996 wurde erstmals von der französischen Firma Privilege ein 4-Farb-Thermosublimationsdrucker auf dem Markt gebracht, der unter 10.000 DM kostete und somit auch für den Privatanwender zu einer interessanten Option wurde.

Mittlerweile hat sich die Preisspirale weiter nach unten verlagert und diverse technische Verfahrenserweiterungen sind eingeführt worden, wie zum Beispiel das Thermo-Rewrite-Druckverfahren oder das Direct-to-card-Druckverfahren.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.