Einsichten & Ansichten

Fed up, Fed down oder totally fed up?

Dollarschein in Großformat. Metapher für die Entscheidungen der Federal Reserver in puncto Zinsen.

Zinsen rauf oder Zinsen runter? Alle Welt wartet jeweils auf die Entscheidung der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve, kurz Fed, wie es mit ihrer Geldpolitik weiter geht. Im folgenden Beitrag kommentiert Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe, das Vorgehen der wohl mächtigsten Notenbank der Welt.*

Zinsen: Maximal eine Erhöhung in 2016

Ende Juli hatte die Fed entschieden, die Zinsen unverändert zu lassen – zum fünften Mal in Folge. Was ihre wirtschaftliche Prognose für die USA anbelangt, fällt diese positiver aus als im Juni. Verbessert haben sich gemäß Fed die kurzfristigen Wirtschaftsrisiken, der Arbeitsmarkt sei stärker geworden und der private Konsum sei stark gewachsen. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf diese Entscheidung.

Wir bei Euler Hermes erwarten immer noch maximal eine Anhebung im Jahr 2016. Die Fed hatte damals offen gelassen, ob im September eine Zinsanhebung stattfindet. Das Warten geht also weiter, das Kaffeesatzlesen auch. Die sich verbessernden Prognosen untermauern jedoch unsere Einschätzung einer einmaligen Anhebung weiter.

Fed: Verteidigungslinie der USA und als Zünglein an der Waage der Schwellenländer

Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve wird von vielen Amerikanern als die erste – oder letzte – Verteidigungslinie der heimischen Wirtschaft gesehen. Ihr Vorsitzender, die sechs Gouverneure und zwölf regionale Präsidenten sollen die Alarmglocken läuten und auf Gefahren reagieren. Sie besetzen die Festungsmauern in unsicheren Zeiten, öffnen die Tore, wenn es im Land friedlich ist. Und – jetzt kommen wir zum Kernpunkt – es gilt nach wie vor, dass es der Weltwirtschaft gut geht, wenn es den USA gut geht.

Wenn die Fed also eine Zinserhöhung in Aussicht stellt, könnte dies die Schwellenländer zum Taumeln bringen. Und wenn ihre Chefs Zinssenkungen forcieren, gibt es reichlich Liquidität. Wenn die Fed aber kommuniziert, dass es eventuell das eine tut, eventuell aber auch das Gegenteil, wird es langsam interessant. Und schwierig.

Brexit verunsichert die Welt, aber nicht die USA!

Das Brexit-Referendum hat die globalen Finanzmärkte erschüttert und der S&P 500 Index in den USA hat binnen zwei Tagen 5,3 Prozent an Wert verloren. Allerdings hat sich der rasante Ausverkauf als reflexartige Reaktion erwiesen und der Markt hat bereits 90 Prozent dieser Verluste wieder wettgemacht. Mit anderen Worten, in den USA hat die Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union austreten zu wollen, so gut wie keinen Effekt auf die Wirtschaft

Was die reale US Wirtschaft betrifft, wird der Brexit sehr wahrscheinlich so gut wie keinen Effekt haben. Wir schätzen, dass zwischen 2017 und 2019 kumuliert maximal 0,2 Prozent des amerikanischen Bruttoinlandprodukts (BIP) auf das Brexit-Konto gehen könnten – das ist schon fast so etwas Ähnliches wie ein virtueller Rundungsfehler.

Über Euler Hermes:

Euler Hermes ist im Kreditversicherungsgeschäft tätig und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kaution, Garantien und Inkasso. Mehr Informationen zum Unternehmen erhalten am Thema Interessierte im Internet unter www.eulerhermes.de.

* Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten: So weit wir hierin Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen ergeben sich eventuell Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschliessenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmassnahmen. Abweichungen resultieren ferner aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen, und insbesondere im Bankbereich aus dem Ausfall von Kreditnehmern. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte und der Wechselkurse, sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können einen Einfluss ausüben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

 

Christoph Schroeder

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