Regionales

Hessen ruft zur Teilnahme am Girls Day 2012 auf

Die Landesregierung ruft die Schülerinnen ab Klasse 5 auf, beim Girls Day 2012 mitzumachen, der am 26. April stattfindet. „Die Mädchen sollen in den Betrieben Einblick in bisher männlich dominierte Berufsfelder bekommen. Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel ist es umso wichtiger, frühzeitig das Berufswahlspektrum zu erweitern und die Vielfalt der 350 Ausbildungsberufe zu erschließen“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, heute in Wiesbaden.

Der Mädchen-Zukunftstag findet zum 12. Mal statt. 2011 haben 10.000 junge Hessinnen die Mitmachangebote von über 900 Unternehmen genutzt. „Dies ist ein Rekord, der noch gesteigert werden kann“, so die Staatssekretärin. Seit Beginn haben in Hessen insgesamt 95.603 Schülerinnen am Girls Day teilgenommen. Parallel findet in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Boys Day statt, der Jungen soziale Berufe nahe bringen soll.

„Der Trend zur geschlechtertypischen Berufswahl muss durchbrochen werden – auch um auf dem Weg zur Entgeltgleichheit Fortschritte zu erzielen“, forderte Petra Müller-Klepper. Noch immer entscheide sich die Hälfte aller jungen Frauen für die fünf „klassischen“ und vergleichsweise schlecht bezahlten Frauenberufe Bürofachkraft, Arzthelferin, Friseurin, Verkäuferin und Kauffrau. Die Staatssekretärin ermunterte, sich breiter über Ausbildungsberufe und Studiengänge zu informieren sowie Fähigkeiten auszuprobieren und zu erweitern. „Der Girls‘ Day bietet hierfür eine gute Schnuppermöglichkeit. Er ist ein wichtiger Baustein der Berufs- und Studienorientierung. Die Schülerinnen erhalten direkte Antworten auf ihre Fragen und können erste Kontakte zu Personalverantwortlichen knüpfen.“

Aus frauenpolitischer Sicht sei es Ziel, die strukturelle Benachteiligung von Mädchen, die bei der Berufswahl immer noch sichtbar werde, abzubauen. Angesichts der vielfach noch nicht erreichten Chancengleichheit von Frauen im Berufsleben bestehe weiterhin Handlungsbedarf. „Frauen haben heute oftmals bessere Bildungsabschlüsse, sind aber auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt. Sie verdienen bei gleicher Qualifikation meist weniger als Männer, machen seltener Karriere und sind in der Führungsetage deutlich unterrepräsentiert“, unterstrich Petra Müller-Klepper. „Wir müssen das Selbstbewusstsein von Mädchen und jungen Frauen stärken und ihre praktischen Erfahrungen in Technik, Wissenschaft und Handwerk individuell fördern. Nur so können sie ihre Begabungen und Fähigkeiten in diesen Bereichen entdecken und gleichberechtigten Zugang finden.“

Zugleich appellierte die Staatssekretärin an die Unternehmen in Hessen, sich noch stärker als bisher am Girls‘Day zu beteiligen und das praktische Erleben von Berufen, in denen Frauen selten vertreten sind, wie im Bereich des Handwerks, der Technik, Naturwissenschaften oder IT-Branche zu ermöglichen. „Öffnen Sie die Türen Ihres Unternehmens, indem Sie Ihre Girls`Day-Veranstaltung auf der Internetseite www.girls-day.de eintragen“, forderte die Staatssekretärin auf.

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