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Hochleistungsrechner geht in Stuttgart an den Start

Mit einem feierlichen Festakt wurde heute am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) der schnellste Supercomputer Deutschlands und zugleich schnellste zivil genutzte Rechner Europas offiziell für die Nutzer freigegeben. Bundesforschungsministerin Schavan und Ministerpräsident Kretschmann gaben den Startschuss für die Inbetriebnahme des Rechnersystems Hermit. Mit einer Leistung von mehr als 1 Petaflop/s (1 Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde) zählt es zu den leistungsfähigsten Supercomputern der Welt. Hermit wird am HLRS zum einen helfen, Lösungen für die großen Fragestellungen der heutigen Zeit – Gesundheit, Energie, Umwelt, Mobilität – zu erforschen. Zudem ist das System als einziges im Feld der internationalen Rechner-Konkurrenz auch für die Nutzung in industriellen Produktionsprozessen ausgelegt. Hermit, der derzeit schnellste Rechner Deutschlands, nimmt in der renommierten TOP500 Liste der weltschnellsten Supercomputer Rang 12 ein. Im Ranking der industriell genutzten Supercomputer liegt Hermit weltweit sogar auf Platz Nummer Eins.

"Höchstleistungsrechner wie Hermit leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Forschungsstandortes Deutschland. Computersimulationen haben sich neben Theorie und Experiment zur ,Dritten Säule der Wissenschaft‘ entwickelt. Ohne sie geht in vielen Forschungsbereichen nichts mehr. Dazu gehören insbesondere Gesundheit, Energie, Klimaschutz und Mobilität; Themen, die die Bundesregierung im Rahmen der Hightech-Strategie fördert", sagt Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Große Rechenressourcen sind auch für die Industrie zu wichtigen Hilfsmitteln geworden, um Entwicklungszeit zu sparen. Mit der Inbetriebnahme des Supercomputers Hermit am Standort Stuttgart setzen wir den Ausbau des nationalen Höchstleistungsrechenzentrums ,Gauss Centre for Supercomputing‘ fort, das bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte ist. Deutschland wird damit auch in Zukunft eine führende Rolle bei Höchstleistungsrechnern einnehmen und weiter an Attraktivität für exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt gewinnen."

"Baden-Württemberg zählt zu den wirtschaftsstärksten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas. In der EU sind wir führend, gerade im Bereich der industriellen Hochtechnologie und in Forschung und Entwicklung", ergänzt Ministerpräsident Winfried Kretschmann. "Mit dem neuen Höchstleistungsrechner in Stuttgart haben wir einen weiteren Schritt vollzogen, um Spitzenforschung zu ermöglichen und im gleichen Zug auch den Anwendern in der Industrie erstklassige Ressourcen an die Hand zu geben, um sich im internationalen Wettbewerb positionieren zu können. Dabei haben wir nicht nur die Großindustrie im Auge, sondern gerade auch mittelständische Unternehmen, für die Rechenressourcen der höchsten Leistungskategorien zur effizienten Produktentwicklung zusehends unumgänglich werden. Der neue Höchstleistungsrechner eröffnet Wissenschaft wie Wirtschaft große Chancen, um der ökologischen Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft entscheidende Impulse zu geben."

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