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2017: Das Jahr für das Internet der Dinge?!?

Modern eingerichtete Wohnung ausgestattet mit Smart Home-Technologie beziehungsweise Internet der Dinge

Der Hype um das Internet der Dinge, insbesondere um die verstärkte Kommunikation der Geräte untereinander, wird 2017 einen neuen Höhepunkt erfahren. Im folgenden Beitrag zählen wir die wichtigsten Gründe auf, die Branchenanalysten zu derart optimistischen Prognosen veranlassen.

Verbraucher erhoffen sich vor allem hohe Kostenersparnisse und mehr Sicherheit

Das Internet der Dinge ist bald Geschichte. Das sehen viele Verbraucher allerdings anders. Darauf zumindest lassen Ergenisse einer repräsentativen Umfrage des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov* schließen. Die überwältigende Mehrheit (71 Prozent) der Befragten erhoffen sich durch die vernetzten Geräte vor allem hohe Kostenersparnisse. Zum Beispiel dadurch, dass in so genannten Smart Homes die Heizung beziehungsweise die Raumtemperatur automatisch geregelt wird. Für ebenfalls 71 Prozent der Befragten wäre das Thema Sicherheit ein treibender Faktor, um in das sich zunehmend vernetzende Internet der Dinge zu investieren. Ein Haus oder eine Wohnung, welches beziehungsweise welche von selbst daran denkt, Fenster und Türen zu verriegelen, wäre für viele ein Kaufargument.

Internet der Dinge. Was kommt 2017 auf uns zu?

Bart Schouw, Direktor für IoT-Lösungen bei der Software AG, ist davon überzeugt: „Der Hype um das IoT [Internet of Things, Anm. d. Red.] und insbesondere um die verstärkte Kommunikation der Geräte miteinander ist immens.“ Für sein Unternehmen Anlass genug, um im Folgenden einen Ausblick auf die Entwicklung des Internets der Dinge im Jahr 2017 zu geben.

Trend Nr. 1: Architektur – Form folgt den digitalen Funktionen

Das Internet der Dinge stellt ganz neue Anforderungen an die Stadtentwicklung und Architektur. Drohnen brauchen Landeplätze und Ladestationen, Roboter brauchen ihren eigenen Aufzug. Architekten und Stadtplaner erkennen langsam, dass sie in ihren Gebäuden dafür Platz vorsehen müssen. Bislang übersehen sie noch nicht alle Folgen, aber wenn sie so weit sind, wird sich die Gestalt der Gebäude deutlich verändern. Um ein genaueres Bild zu erhalten, werden sie sich von Hard. und Softwareanbietern beraten lassen müssen. Aus „Die Form folgt der Funktion“ wird „Die Form folgt digitalen Funktionen.“

Trend Nr. 2: 2017 wird das Jahr der Chatbots

Funktionen für künstliche Intelligenz (KI) entwickeln sich schnell weiter und Chatbots werden bald nicht nur Fragen beantworten, sondern ein Gespräch in einer gewünschten Sprache führen können und einem Turingtest** eine Minute oder länger standhalten. Banken, der Einzelhandel und andere Branchen werden sich das zunutze machen, um den Omnichannel-Handel voranzutreiben, indem sie KI-Chatbots in ihre Kanäle integrieren und so die Customer-Experience verbessern. Support-Organisationen werden Chatbots einsetzen, um einfache Serviceanfragen kosteneffizient zu beantworten.

Trend Nr. 3: Weg von der Cloud näher an die Geräte

Unternehmen werden beginnen, den Übergang zum Edge-Computing ernsthaft zu betreiben und verlagern wichtige Analysesoftware aus der Cloud näher an die Geräte. In entfernten Bereichen oder smarten Fabriken mit vielen IoT-fähigen Geräten spielt Analysesoftware eine so wichtige Rolle, dass selbst eine kurze Unterbrechung der Internetverbindung katastrophal sein kann. Deshalb ist die Verlagerung eines Teils des IoT-Stacks von der Cloud auf Gateways folgerichtig.

Trend Nr. 4: Dienstleister erschließen neue Geschäftsmodelle

Versicherungen sind ein Musterbeispiel dafür, dass immer mehr Unternehmen sich zutrauen, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren: Preismodelle, bei denen nach Nutzung, Erkenntnisgewinn oder Funktion abgerechnet wird, gewinnen an Boden. Sie werden das Verhalten ihrer Kunden über deren smarte Geräte beobachten können, insofern es Auswirkungen auf den Versicherungsbeitrag haben könnte. Geräte wie vernetzte Zahnbürsten können den Versicherten direkt Feedback liefern, sie zu einer besseren Zahnpflege anhalten und es ihnen so ermöglichen, ihre Beiträge zu senken.

Trend Nr. 5: Fortschritte in der Medizin

Wie in dem Science-Fiction-Film „Die phantastische Reise“ aus dem Jahr 1966, in dem ein U-Boot samt Besatzung auf Mikrobengröße verkleinert und in die Blutbahn eines lebensgefährlich verletzten Mannes injiziert wird, werden wir immer mehr Experimente sehen, bei denen das IoT in den Körper gelangt. Medizinische IoT-Implantate können Schmerzen lindern oder sogar Gehirnsignale entschlüsseln und an Körperteile weitergeben, um Lähmungen zu heilen.***

Trend Nr. 6: Argumented Reality auf dem Vormarsch

Pokémon Go war 2016 ein Riesenerfolg, und dieses Jahr werden weitere Augmented Reality-Spiele auf den Markt kommen. Die Zukunft steckt in dynamischen Locations. Smarte Objekte werden in der Lage sein, die Interaktion mit einem Spiel direkt zu verändern. Umgebungen werden reaktionsschneller und interaktiver und erschaffen über der physischen Welt eine künstliche Welt.

*Vgl.: YouGov Deutschland AG: „Internet der Dinge: Verbraucher wünschen sich durch vernetzte Produkte Kostenersparnis und Sicherheit“, zuletzt abgerufen am 30.01.2017

**Der Turingtest wurde nach seinem „geistigen Vater“, Alan Turing benannt. Mit diesem soll festgestellt werden, ob eine Maschine ein dem Menschen gleichwertiges Denkvermögen besitzt. Weiterführende Informationen dazu im Internet auf www.natur-struktur.ch/ai/turingtest.html (Copy & Paste)

***Vgl.: Kaplan, S.: „These monkeys were paralyzed until a brain implant helped them walk again“, zuletzt abgerufen auf der Internetpräsenz der Washington Post unter folgendem Kurzlink (Copy & Paste): wapo.st/2jPKTI5

Christoph Schroeder

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