Bauen & Wohnen

Daten gegen Geld? Der Verbraucher sagt „Ja!“

Daten gegen Geld, Smart Home, Big Data

„Intelligente Häuser und die entsprechenden Daten haben das Potential, den Alltag der Verbraucher maßgeblich zu verbessern“, so Steve Grobman, Chief Technology Officer bei Intel Security. Das sieht ein Großteil der Verbraucher ähnlich. Laut Ergebnissen einer aktuellen Intel Security-Umfrage zu den Themen „Internet der Dinge und Smart Home“ verbinden viele Verbraucher mit vernetzten Geräten zahlreiche positive Effekte. 57 Prozent der Befragten erklärten sich gar dazu bereit, die durch moderne Haushaltsgeräte erfassten Daten gegen Geld einzutauschen. Es gibt der Studie zufolge allerdings auch erhebliche Bedenken gegenüber Smart Homes & Co., die den Anbietern durchaus Anlass zur Sorge bieten.

Smart Homes bald so alltäglich wie Smartphones

In Zehn Jahren gehören vernetzte Häuser genauso zu unserem Alltag, wie heute bereits das Smartphone. Davon zeigen 84 Prozent der von Intel Security befragten deutschen Verbraucher überzeugt. Interessant, weil hierzulande dazu Verlautbarungen zu vernehmen sind, die das genaue Gegenteil behaupten. So meint Prof. Dr. Elisabeth Heinemann, Dozentin für den im deutschsprachigen Raum einzigen Masterstudiengang „Mobile Computing“: Das Internet der Dinge ist bald Geschichte.

Auch der Statista Digital Market Outlook (DMO) zeigt sich hinsichtlich der Smart Home-Entwicklung weitaus weniger optimistisch als die deutschen Verbraucher. So gehen Experten davon aus, dass die Anzahl der Smart Home-Haushalte von derzeit 300.000 bis zum Jahr 2020 auf gerade einmal 2,4 Millionen steigen wird (s. Infografik, unten). Angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland insgesamt rund 40 Millionen Haushalte gibt, eine durchaus überschaubare Menge.

Smart Home, Daten gegen Geld
Der hiesige Smart-Home-Markt bleibt angesichts einer Gesamtzahl von über 40 Millionen Haushalten überschaubar (Quelle: de.statista.com)

Große Bedenken wegen Datenschutz und Sicherheit

Wie lässt sich die große Diskrepanz zwischen Einstellungen der Verbraucher und Marktanalysten erklären? Schließlich zeigen die von Intel Security erhobenen Umfragewerte eine durchaus positive Einstellung zum Thema:

  • Fast drei Viertel (74 Prozent) der deutschen Verbraucher erwarten vom Leben in einem Smart Home persönliche Vorteile, wie beispielsweise mehr Zeit für die Familie. Zum Vergleich: in den Vereinigten Staaten, zurzeit der mit Abstand größte Markt für Smart Homes, sind dies nur 57 Prozent.
  • Die am häufigsten beachteten Smart Home-Geräte in Deutschland sind intelligente Beleuchtung (69 Prozent), vernetzte Thermometer oder Kesselanlagen (62 Prozent) sowie smarte Küchen- und Haushaltsgeräte wie zum Beispiel Kühlschränke und Waschmaschinen (58 Prozent).
  • Nicht ohne Grund. So erwartet die Hälfte der Befragten, dass die Rechnungen für Heizung und Kühlung im Haus (51 Prozent) sowie Gas und Strom (50 Prozent) in einem Smart Home reduziert werden.

Die Skepsis seitens Experten lässt sich eventuell dadurch erklären, dass Verbraucher in Bezug auf das Internet der Dinge und Smart Homes einen Aspekt äußerst kritisch betrachten: Datenschutz und Sicherheit.

  • 91 Prozent der Deutschen sind besorgt, dass ihre persönlichen Daten von Cyber-Kriminellen gehackt werden könnten.
  • Über bestehende Sicherheitsmethoden wie Passwörter waren die Befragten wenig begeistert: 69 Prozent der befragten Deutschen empfinden Passwörter im Smart Home als frustrierend und wissen nicht, wie sie bei der Anzahl der verschiedenen Passwörter den Überblick behalten sollen.
  • Als Alternative schnitten biometrische Authentifizierungsmethoden in der Umfrage gut ab. Auf die Frage, welche Formen der biometrischen Sicherheit sie bevorzugen würden, gaben 53 Prozent den Fingerabdruck, 39 Prozent die Stimmerkennung und 34 Prozent Augen-Scans an.

Mit Geld gegen Daten zum Smart Home-Durchbruch?

Vielleicht können aber Anbieter mit einem Geld gegen Daten-Prinzip diesen Bedenken entgegenwirken. So erklärten sich Millenials, also die 18- bis 33-jährigen welteweit dazu bereit, gegen Geld (63 Prozen), Rabatte (44 Prozent) und Coupons (29 Prozent) von Smart Home-Geräten erfasste Verhaltensdaten den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Der deutsche Durchschnitt liegt im Vergleich bei 43 Prozent für Geld, 45 Prozent für Rabatte und 25 Prozent für Coupons.

Über die Intel Security-Umfrage:

Die „Internet der Dinge und Smart Home“-Umfrage wurde im Juli 2015 von Vanson Bourne, einem unabhängigen Marktforschungsinstitut für den Technologie-Sektor, durchgeführt. Insgesamt wurden 9.000 Verbraucher weltweit befragt, davon 2.500 aus den USA, jeweils 1.000 aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Brasilien und Indien sowie jeweils 500 aus Kanada, Mexiko und Australien. Weiterführende Informationen zur Studie und zum Unternehmen erhalten am Thema Interessierte im Internet unter: www.intelsecurity.com

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