Saudi-Arabien will für 100 Mrd. Dollar 16 AKWs bis 2030 bauen

Jun 1 2011 • Energie & UmweltKeine Kommentare

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Saudi-Arabien, der weltgrößte Ölexporteur, will bis 2030 über 100 Milliarden Dollar (69,5 Milliarden Euro) in die Erschließung der Atomkraft investieren. Hintergrund sind Prognosen, nach denen der Stromverbrauch des absolutistischen Königreichs innert der nächsten zehn Jahre um weitere sieben bis acht Prozent zunehmen wird. In zehn Jahren sollen dann die ersten beiden saudischen Reaktoren Strom produzieren. Danach sollen jedes Jahr zwei weitere Reaktoren ans Netz gehen und bis 2030 insgesamt 16 Meiler rund 20 Prozent des Strombedarfs produzieren. Pro Reaktor rechnet der Koordinator für wissenschaftliche Zusammenarbeit an der King Abdullah City für Atomare und Erneuerbare Energie, Abdul Ghani bin Melaibari, mit rund sieben Milliarden Dollar. Laut aktuellen Schätzungen liegen unter dem Wüstenboden Saudi-Arabiens zwischen 400 und 716 Milliarden Barrel Erdöl. Bei einem derzeitigen Preis von grob 100 Dollar pro Barrel ergibt dies einen Wert von 40 bis 72 Billionen Dollar. Die Staatseinnahmen des Landes werden zu über 90 Prozent aus den Ölexporterlösen bestritten. Die subventionierten Strompreise liegen weit unter den Entstehungskosten und kosten mit ca. 1,5 Cent pro kWh nur rund ein Zehntel des Energiepreises in Deutschland. Für ein verstärktes Engagement bei Erneuerbaren Energien fehle daher laut Germany Trade & Invest aufgrund der billigen Strompreise die Nachfrage. Die verzerrte Kostenfrage sei damit in dem extrem sonnenreichen Saudi-Arabien (Solarthermie) das entscheidende Hindernis für eine Forcierung alternativer Energiequellen.

Ende 2009 hatten bereits die Vereinigten Arabischen Emirate mit einem Konsortium um die südkoreanische Korea Electric Power Corporation die Errichtung von vier Reaktoren zu je 1.400 MW beschlossen. Der Preis liegt bei 20 Milliarden Dollar. Ausschlaggebend für die Wahl der Südkoreaner sei deren ausgezeichnete „Sicherheitsphilosophie“ gewesen. Aus Industriekreisen heißt es aber auch, das Angebot sei um 16 Milliarden Dollar günstiger gewesen als das der französischen Konkurrenz. Der erste Reaktor soll bereits 2017 ans Netz gehen. Die VAE erwarten eine Verdopplung ihres Energiebedarfs bis 2020 auf etwa 40.000 MW pro Jahr steigen. Die Emirate sind der drittgrößte Ölexporteur der Welt, müssen aber schon jetzt Erdgas importieren, mit dem sie Stromkraftwerke betreiben.


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