Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein erhöht die Fördersätze für den Ökolandbau

Die Landesregierung will den Ökolandbau stärken. „Wir werden die Fördersätze in diesem Jahr deutlich erhöhen, damit der Ökolandbau in Schleswig-Holstein wieder eine wirtschaftliche Perspektive hat„, erklärte Landwirtschaftsminister Robert Habeck. So sollen die Fördersätze von derzeit 137 Euro je Hektar Acker und Grünland auf 180 Euro angehoben werden. In den ersten beiden Jahren der Betriebsumstellung soll die Prämie künftig 280 statt bisher 262 Euro je Hektar betragen.

Damit gleichen wir die Fördersätze denen an, die in den meisten anderen Bundesländern üblich sind und die im Förderrahmen des Bundes als Standard vorgesehen sind„, begründet Habeck seine Entscheidung.

Schleswig-Holstein lag im Jahr 2011 mit nur 3,5 Prozent Ökoanteil an der landwirtschaftlichen Fläche bundesweit auf dem vorletzten Platz. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 6,1 Prozent. „Das muss sich ändern„, sagte der Minister. „Ich möchte die ökologisch bewirtschaftete Fläche zunächst auf 7 Prozent verdoppeln.“ Langfristig soll die Fläche weiter wachsen. Nachdem in den Jahren 2010 und 2011 sogar ein Flächenrückgang zu verzeichnen war, gab es im Jahr 2012 erstmals wieder einen Zuwachs von rund 2.000 ha. „Der Regierungswechsel im vergangenen Jahr hat hier schon Wirkung gezeigt„, freut sich der Minister. Als erste Maßnahme hatte die neue Landesregierung die Beibehaltungsförderung wieder eingeführt, die den Betrieben ab dem 6. Jahr nach der Betriebsumstellung gewährt wird.

Dieser erste Erfolg ist aber bei weitem nicht ausreichend„, so der Minister weiter. „Im Vergleich mit anderen Bundesländern haben wir in Schleswig-Holstein einen enormen Nachholbedarf. Deshalb werden wir in diesem Jahr in Abstimmung mit den Verbänden im Land weitere Maßnahmen auf den Weg bringen, um den Ökolandbau zu stärken.

Am Freitag, 15.02.2013 wird Minister Habeck die Weltleitmesse für Bioprodukte, die BioFach in Nürnberg, besuchen, um sich über aktuelle Entwicklungen des Ökomarktes zu informieren und das Gespräch mit den dort vertretenden schleswig-holsteinischen Betrieben zu suchen.

Hintergrund:
Der ökologische Landbau leistet einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz. Ökologisch wirtschaftende Betriebe verzichten auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger. Sie haben im Durchschnitt deutlich geringere Stickstoff-Überschüsse als konventionelle Betriebe. Die hohen Stickstoffausträge aus der Landwirtschaft sind in Schleswig-Holstein ein gravierendes Problem im Gewässerschutz.

Außerdem hat der Ökolandbau positive Effekte für die Artenvielfalt auf dem Acker, die Speicherung von Humus im Boden und die Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Tiere werden möglichst artgerecht gehalten. Sie haben deutlich mehr Platz als bei der konventionellen Tierhaltung und müssen Auslauf im Freien haben.

Da die Kostennachteile, die den Ökolandwirten durch die umweltfreundlichere Bewirtschaftung und artgerechtere Tierhaltung entstehen, am Markt nicht vollständig ausgeglichen werden, stellen EU, Bund und Länder Fördermittel zur Verfügung.

Die Ökolandbauförderung in Schleswig-Holstein wird zu 55 Prozent aus EU-Mitteln finanziert, 27 Prozent trägt der Bund bei, 18 Prozent das Land.

(SH)

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