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Schonender Umgang mit der Ressource Holz – Optimierung des Baustoffs

Ein Holzproduzent aus Nordrhein-Westfalen erhält über 140.000 EUR aus dem Umweltinnovationsprogramm (UIP) des Bundesumweltministeriums. Die Fördergelder werden der Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG für ein neuartiges Verfahren zur Qualitätseinstufung von Furnieren bei der Sperrholzproduktion bereitgestellt.

Nach dem bisherigen Stand der Technik wird die Qualitätder Furniere in der Sperrholzproduktion manuell beurteilt. Mitarbeiter bestimmen, ob Furniere als Deck- oder Mittellage verwendet oder bestimmte Bereiche als Abfallprodukt herausgeschnitten werden müssen. Diese manuelle Qualitätseinschätzung führt häufig zu Fehleinschätzungen und damit zu unnötigen Materialverlusten.

Künftig soll eine neuartige Technologie zur integrierten und automatisierten Qualitätsbeurteilung und Zuschnittoptimierung zum Einsatz kommen. Dazu wird ein optisches System unmittelbar mit der Maschinensteuerung verbunden. Ein Kamerasystem filmt die Furniere und speist die Bilder in ein Bildverarbeitungssystem ein. Dieses vergleicht Farbe und Struktur der Bilder mit bekannten Qualitätsmustern, nimmt eine Qualitätseinschätzung zur weiteren Verwendung der Furniere vor und löst im Anschluss daran optimal positionierte Schnitte aus.

Mit dem Vorhaben können bei einem jährlichen Verbrauch an Rundholz von circa 25.000 Festmeter etwa 1.000 Festmeter eingespart werden, was einer Rundholzeinsparung von 4 Prozent entspricht. Für das eingesparte Rundholz entfallen auch die vorgelagerten Bearbeitungsschritte (Dämpfen, Schälen), wodurch jährlich circa 600.000 Kilowattstunden Energie eingespart werden können. Die neuartige Technologie ist so konzipiert, dass sie in bestehende Anlagen eingebaut werden kann. Dadurch besteht ein hoher Anreiz für Nachrüstung vergleichbarer Anlagen.

(BMU 2012)

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Baustoff Holz steht vor der Renaissance

In den letzten Jahren wurden große Fortschritte in den Bereichen Verfallsschutz und Brennbarkeit bei Massenholzerzeugnissenerreicht. So wurde im ersten Halbjahr 2012 in der kanadischen Metropole Vancouver ein Wolkenkratzer mit 30 Stockwerken komplett aus Holz errichtet. Die Stabilität und Feuerfestigkeit werden dabeidurch eigens entwickelte und beschichtete sowie kreuzweise angelegte Brettsperrholzblöcke gewährleistet (Link). Für Biegeträger ist Holz dem Beton sogar in einigen Punkten überlegen.

Optimierung des Baustoffs Holz

Holz ist regenerativ, vielseitig einsetzbar, wetterbeständig und ökologisch verträglich. Zudem ist es auch vergleichsweise leichter als viele andere Baustoffe. Neue Verfahren in der Holzverarbeitung haben auch die Punkte Feueranfälligkeit und Isolation weiter optimiert. Beispielhaft ist ein Verfahren der Universität Innsbruck: Hier wurde 2011 ein „Nano-Infiltrationsverfahren“ für den Baustoff Holz nach dem Vorbild von versteinertem Holz entwickelt. Das Holz wird in eine spezielle Imprägnierlösung aus Wasserglas und Kieselsol mit siliziumoxidischen Solen getaucht. Dadurch lagern sich in den oberflächennahen Bereichen Siliziumoxid-Nanopartikel in die Holzmatrix ein. Im Ergebnis wird das Holz feuerfest, noch stabiler sowie wasser-, öl- und schmutzabweisend. Zugleich erfolgt hierdurch auch ein Schutz gegen Pilze und Insekten. Dem Einsatz toxischer Holzschutzmittel wird dadurch entgegengewirkt, das neue Material selbst ist ungiftig und ökologisch unbedenklich. Da Holz von Natur aus gut isoliert, lässt sich der Baustoff auch hervorragend in die energieeffiziente Bauweise integrieren. Holz weist zudem eine hohe Lebensdauer auf, ist relativ leicht, aber zugleich sehr steif und fest und hält auch hohen Belastungen stand ohne zu brechen oder sich zu verformen.

Weiterführende Informationen:

Erneuerbare Energien: Produktion und Verbrauch von Holz in der EU27

Deutsche Pelletproduktion: Mehr als 1 Million Tonnen Holzpellets im ersten Halbjahr 2012 (+15%)

Gebührensenkung zur Katasterneuvermessungen in Waldgebieten um 50% soll Energiewende unterstützen

(mb)

Marc Brümmer

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