Regionales

Seehofer will Energiewende als Konjunkturpaket für Bayern nutzen

Ministerpräsident Seehofer betrachtet die eingeschlagene Energiewende als ein Konjunkturpaket für Deutschland und Bayern. In Würzburg beispielsweise forsche das Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE) bereits seit zehn Jahren an Solartechnik und Energieeffizienz. Die Staatsregierung stellt hierfür weitere sechs Millionen Euro zur Verfügung, um die technologische Seite der Energiewende zu unterstützen. Seehofer anlässlich des „Tages der Franken“ in Bad Kissingen: „Wir machen Bayern zur Nr. 1 für nachhaltiges Wachstum und neue Energie. Und Franken ist das Flaggschiff der bayerischen Energiewende.“ So entsteht beispielsweise gerade in Oberfranken der derzeit größte Solarpark im Freistaat für über 8.000 Haushalte. Damit wird die Dezentralisierung der Stromversorgung weiter gestärkt und zugleich die kommunale Wertschöpfung vor Ort erhöht.

Bei der solaren Stromerzeugung führt Bayern mit rund 40 Prozent der installierten Photovoltaik-Leistung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Damit trug der Solarstrom im Freistaat Mitte 2010 bereits rund fünf Prozent zur Stromerzeugung bei. Mit 194 Kilowattpeak pro 1.000 Einwohner rangiert der solare Zubau in 2010 im bundesvergleich sonnenreichen Bayern zudem noch deutlich vor dem zweitplatzierten Brandenburg mit 136 Kilowattpeak pro 1.000 Personen. 

Bei der Windenergie drehen sich die Vorzeichen jedoch um: Ende 2010 waren in Deutschland 21.607 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 27.214 MW installiert. Dabei sind die Stadtstaaten Berlin (0,02%) und Hamburg (0,6%), sowie die Flächenbundesländer Baden-Württemberg (0,9%) und Bayern (1,0%) gemessen an der Nettostromerzeugung die Schlusslichter. Hier führen Sachsen-Anhalt (51,1%), Mecklenburg-Vorpomern (45,3%) und Schleswig-Holstein (44,0 %).

Derzeit liefert die Wasserkraft noch die bedeutendsten regenerativ erzeugten Strommengen in den bayerischen Strommix. Der Anteil lag 2009 bei 13,9 Prozent, soll aber ebenfalls weiter ausgebaut werden.

Die Atomkraft hingegen hatte 2009 im Freistaat mit fünf Reaktoren noch 57,9 Prozent zur Stromversorgung beigetragen.

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