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Superhirn 2012: Gedächtnisexperte Boris Nikolai Konrad im Interview

Gedächtnis, Namenmerken
[Bild: Boris Nikolai Konrad]

5 Sterne Redner Boris Nikolai Konrad ist Deutschlands Superhirn! Am 27. Dezember 2012 erkämpfte er sich in einem spannenden Wettbewerb mit hohem Showeffekt gegen sieben starke Kandidaten den Titel „Deutschlands Superhirn“ in der gleichnamigen ZDF Sendung. AGITANO war von dieser eindrucksvollen Gedächtnisleistung fasziniert und traf den Gedächtnisexperten zu einem Interview.

Herr Konrad, herzlichen Glückwunsch nochmals zu dieser großartigen Leistung! Was hat Sie als Vortragsredner bewogen, diese Herausforderung im ZDF anzunehmen?

Ich beschäftige mich nun schon seit zehn Jahren mit Gedächtnistraining und nehme fast ebenso lange an Meisterschaften teil. Eine solche Show mit Millionenpublikum ist natürlich eine tolle Möglichkeit, mein Thema einem breiten Publikum bekannt zu machen und zu zeigen, welche Art an Gedächtnisleistungen überhaupt möglich sind. Und natürlich habe ich auch gehofft, eine Chance auf den Titel zu haben!

Wie lange und intensiv haben Sie sich auf diese Sendung vorbereitet?

Über die konkrete Idee habe ich mit der Redaktion etwa ein halbes Jahr vorher gesprochen. Da meine Aufgabe auf dem Merken von Zahlen basiert und ich das für die Meisterschaften, an denen ich teilnehme, ohnehin trainiere, war ich hier sowieso im Training. Die Superhirn Show fand dann zeitlich relativ schnell nach der Weltmeisterschaft 2012 statt, sodass ich die Vorbereitung auf beide Events gut verbinden konnte. Beim Training hatte ich aber natürlich keine echten Würfeltürme aufgebaut, sondern musste am Computer üben.

Die Aufgabe, die Sie sich vorgenommen hatten für diese Show war extrem herausfordernd. Sie haben sich 99 mögliche Würfelkombinationen gemerkt, die Sie nur ganz kurz sehen konnten. Was hat Sie bewogen, gerade diese Aufgabenstellung beim Superhirn anzubieten?

In dieser Fernsehshow kommt es ja darauf an, die Leistung in eine optisch ansprechende Form zu übertragen. Als sportliches Hobby übe ich das Becherstapeln aus. Bei diesen Veranstaltungen sind auch immer Dicestacker dabei, also Leute, die mit einem Würfelbecher Tricks vorführen können. Daraus ist dann die Idee entstanden, das mit einer Gedächtnisleistung zu verbinden.

Wie kann man sich in dieser rasenden Geschwindigkeit so viele Kombinationen merken? Es ist absolut erstaunlich! Welche Methode führt zu einem solch spektakulären Ergebnis?

Unter dem Sammelbegriff Gedächtnistechniken, die auch als Mnemotechniken bekannt sind, finden sich verschiedene Methoden die alle als Grundlage haben, dass unser Gehirn sich Bilder erheblich besser merken kann als abstrakte Informationen. Zwei davon habe ich für die Aufgabe benutzt: Die Routenmethode, mit der sich alles merken lässt, was eine definierte Reihenfolge hat. Und das Master-System, mit dem Zahlen in Bilder umgewandelt werden. Ich habe für jede mögliche dreistellige Zahl von 000 bis 999 ein Bild vorbereitet, dass ich mir anstelle der Zahlen über die Route einpräge.

Für mich ist das besonders Spannende , dass die gleichen Techniken, auf denen solche Showeinlagen basieren, eben auch dazu benutzt werden können, um sich Argumente, Fakten oder ganze Vorträge einzuprägen.

Marc Brümmer

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