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Benzinpreise: Konjunkturprogramm Tankstelle?

Gut möglich, dass Firmen wie CEMO, ein Anbieter für Benzin-Zapfanlagen, bald eine Tankstelle nach der anderen mit neuen Gerätschaften versorgen muss. Denn der aktuell niedrige Benzinpreis sorgt manchenorts gar dafür, dass Autofahrer regelrecht Schlange stehen. Doch nicht nur besagte Autofahrer sind Profiteure der aktuell niedrigen Benzinpreise. Auch dem Bund kommen diese zu Gute.

Benzinpreise folgen Rohölpreisen

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Die aktuell niedrigen Benzinpreise sorgen nicht nur bei Autofahrern für Freude. (Bild: REK / pixelio.de)

Einer der Gründe für die aktuell relativ niedrigen Benzinpreise ist im von Anhängern der Erneuerbaren Energien teils scharf kritisierten Fracking zu suchen. Denn, wie Dr. Franz Alt in Sonne und Wind statt Fracking oder Putins Gas betont, ist diese Form der Ressourcenerschließung für die Betreiber nur bei hohen Rohölpreisen gewinnbringend. Um diesen zu senken und damit der aufstrebenden Konkurrenz das Wasser abzugraben, hat die Organisation erdölexportierender Länder (auf englisch: Organization of the Petroleum Exporting Countries, kurz OPEC) ihrerseits die Fördermengen erhöht. Das lässt die Preise für Rohöl fallen – und somit in letzter Konsequenz auch die Benzinpreise.

Bund profitiert vom Spritverbrauch

Das freut aktuell die Autofahrer, aber auch den Bund. Denn dieser ist der eigentliche Profiteur niedriger Benzinpreise. Das hängt mit der hierzulande erhobenen Mineralölsteuer zusammen. Für diese zahlt der Autofahrer pro getanktem Liter Diesel 47 Cent an den Staat. Bei E10 sind es gar 65,4 Cent. In beiden Fällen kommt noch die Mehrwertsteuer obendrauf. Somit sorgen insgesamt 56,5 Prozent des Diesel- und 67,5 Prozent des E10-Preises für steigende Staatseinnahmen.

Die Tankstelle als Konjunkturprogramm

So gesehen kann man die Tankstelle als regelrechtes Konjunkturprogramm erachten. Werden Tankstellen häufiger frequentiert, bedeutet dies einen größeren Verschleiß der Zapfanlagen, wovon Anbieter, wie die eingangs erwähnte CEMO GmbH profitieren. Aber auch andere Branchen können auf steigende Umsätze hoffen. Der Tourismus, weil die Deutschen wieder reisefreudiger sind oder der Einzelhandel, weil die durch die niedrigen Benzinpreise frei werdenden Gelder in den Konsum investiert werden und so weiter uns so fort.

Nichts bleibt von Dauer

Bei all den Gedankenspielen muss man jedoch sein Hauptaugenmerk auf das Wörtchen „aktuell“ richten. Denn nichts bleibt von Dauer, erst recht nicht die Benzinpreise! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die OPEC wieder den Ölhahn zudreht. Dann heißt es wieder: Für das sinkende Angebot muss bei Nachfrage ein entsprechender Preis bezahlt werden – und der dürfte dann höher ausfallen.

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