Einsichten & Ansichten

Claus-Peter Schaffhauser: Malen mit Worten

Die meisten Kartoffeln werden ja in den Weiten von Mecklenburg-Vorpommern angepflanzt und den ergiebigen Böden Niedersachsens. Bei Niedersachsen sollten aber nicht nur in Verbindung mit Lebensmitteln alle Alarmglocken läuten. Da hatten wir doch kürzlich erst den Skandal mit den Bio-Eiern, die keine waren und den Hühner-KZ’s. Und da fallen mir auch schnell die Namen von Schröder, Rösler und Wulff ein. Ein echter politischer Sumpf eben und da können auch keine guten Kartoffeln gedeihen.

Wir sagen ja immer der Bauer muss mehr bezahlt kriegen für seine Produkte. Und dafür haben die im Kartoffel-Kartell sozusagen altruistisch gesorgt. Dass die Marge bei der Tonne Kartoffeln dabei von 10 € auf 100 € gestiegen ist, ist ein Nebenprodukt und war gar nicht so gewollt, glaube ich. Und man muss fast drei Tonnen Kartoffeln verkaufen, um nur einmal nach Ägypten reisen zu können. Da sollte man mal reinleuchten. Ryan Air und Air Berlin – da sitzen wahrscheinlich die „schlimmen Finger“.

Der Deutsche isst gerne Kartoffeln. 30 kg im  Durchschnitt pro Nase. Wir haben also im Jahr 2012 ca. 120 kg Kartoffeln gegessen. Um es einfacher rechnen zu können, runden wir auf 125 kg auf, weil Rosalie besonders gern Kartoffeln isst. Eine Viertel Tonne. Die Jungs haben uns also (mutmaßlich) um 11,25 € behumst – geteilt durch 365 Tage puren Kartoffelgenusses. Geschenkt Euer Gnaden. Könnt Ihr behalten. Karger Lohn für harte Arbeit. Dafür Harmonie statt Preiskampf. Ein bisschen Frieden – stammte Nicole nicht auch aus Niedersachsen?

Die einzige Maßnahme, die die Kartell-Heimer richtig blass aussehen lassen würde, wären Sammelklagen nach dem Muster der USA. Die können so richtig ins Geld gehen. Heute sind ja die verhängten Strafgelder der Kartellbehörden meistens nur ein Bruchteil der Summe, die unlauter eingenommen wurde. Also ein klarer Aufruf an die Gesetzesbrecher: Weiter so!

Die Wirtschaftsverbände, wie auch die FDP laufen Sturm gegen die Idee einer Sammelklage in Deutschland, weil sie Missbrauch vermuten.

Das ist die Stelle, an der mir fast die Kartoffel im Hals stecken geblieben wäre. Diese Herren vermuten ähnlich hohe kriminelle Energie, wie sie sie erfolgreich im Kartell bewiesen haben, auch beim Verbraucher. – Spricht eigentlich für ein fortgeschrittenes Krankheitsbild, welches gerne in der Psychiatrie behandelt wird. – Arme fehlgeleitete Schein-Wirtschaftsriesen.

Ich lehne mich in meinem Ohrensessel zurück und lasse das Wort „Kartoffel-Kartell-Karma“ nochmals genüsslich auf meine Hirnwindungen einwirken.

Ihr Claus-Peter Schaffhauser

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Über den Autor:

Claus-Peter Schaffhauser
Quelle: Claus-Peter Schaffhauser

Claus-Peter Schaffhauser war in mehreren Unternehmen verschiedener Branchen (Elektronik – Siemens, Informationstechnologie – HP, Befestigungstechnik – HILTI) in unterschiedlichen Führungspositionen tätig (u.a. EDV, Logistik, Vertrieb, Revision). Er berät seit 17 Jahren Kunden verschiedener Branchen in der Optimierung von Logistikprozessen (Lieferantenanbindung, Aufbau- und Ablauforganisation, Reklamationsmanagement) und in der Baustellenlogistik (Optimierung letzte Meile). In seiner Freizeit schreibt er Kolumnen und arbeitet als Künstler.

 

Christoph Schroeder

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