Wirtschaft

Allianz-Ranking: Deutschland ist die gesündeste Volkswirtschaft der Euro-Zone

Der Versicherungskonzern Allianz hat den jährlichen „Euro-Monitor“ herausgegeben, mit dem ein Ranking nach der Gesundheit der Volkswirtschaften der Euro-Zone gebildet wird. Die Studie misst die Ausgewogenheit und Solidität der Konjunkturentwicklung in der Währungsunion und berücksichtigt neben den Staatsfinanzen auch Parameter wie den Exporterfolg, Inlandsnachfrage, Lohnentwicklung, Arbeitslosigkeit und die private Verschuldung. Laut der Allianz gehe es bei dem Index vor allem darum, wirtschaftspolitische Entwicklungen zu berücksichtigen, um rechtzeitig Gefahren aufzudecken, die ein übertriebenes oder einseitig forciertes Wirtschaftswachstum mit sich bringen. Die aktuellen und langfristigen Probleme eines Staates seien eben nicht nur an den Staatsbudgets ablesbar, wie es in einem positiven Sinn beispielsweise Belgien verdeutlicht (Rang 5 nach Rang 10 im Jahr 2005, trotz eines sehr hohen Schuldenstandes von 96,8 Prozent). In dem Gesamtranking kommt Deutschland wie auch bereits im letzten Jahr auf Platz 1 (2005: Platz 7), muss sich aber in der Kategorie „Beschäftigung, Produktivität und Ressourceneffizienz“ der Alpenrepublik Österreich geschlagen geben, die insgesamt den dritten Rang belegt. Auf den zweiten Platz hält sich nach wie vor Luxemburg. Spitzenreiter in der Kategorie „Solidität der Staatsfinanzen“ ist Estland, das erst zu Jahresbeginn dem Euro beigetreten ist, mit gerade einmal 6,6 Prozent Staatsverschuldung, gegenüber stetig steigenden 83,2 Prozent in Deutschland. Wenig verwunderlich, dass die angeschlagenen PIGS-Staaten die letzten Plätze der Rangliste einnehmen: Spanien, Portugal, Irland und das Schlusslicht Griechenland. Allerdings attestiert Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise den Euro-Krisenländern „erste Anpassungserfolge“, es sei jedoch mehr Zeit nötig, bis die eingeleiteten Strukturreformen voll greifen. Im Falle Griechenlands appelliert er unter anderem für ein strategisches Investitionsprogramm der EU, sowie für glaubwürdige Konsolidierungsschritte und Reformen seitens Athens. (Von 1 bis 17: Deutschland, Luxemburg, Österreich, Niederlande, Belgien, Finnland, Slowakei, Frankreich, Estland, Malta, Slowenien, Italien, Zypern, Spanien, Portugal, Irland, Griechenland.)

 

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