Einsichten & Ansichten

Claus-Peter Schaffhauser: Allerorten drohnt Ungemach

… aus der Kolumne von Claus-Peter Schaffhauser: Nach dem letzten Beitrag „Nichts los in Oberbayern?“ folgt heute „Allerorten drohnt Ungemach“.

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Da haben wir es wieder mal. Unsere, an ihrem Umfeld sehr interessierte und schlaue, um nicht zu sagen bauernschlaue Tochter Rosalie, hat, sich ein schlechtes Beispiel nehmend, beschlossen Politikerin zu werden. Und zwar ab sofort. Sie genießt jetzt Immunität. Meint Sie.

Seit mehreren Wochen weiß sie, dass sie ein Referat zu halten hat. Thomas de Maizière weiß auch seit Anfang 2012, dass „etwas“ mit den „Euro Hawk“ total aus dem Höhenruder läuft. Sagt aber nichts, da er schweigen muss und leidet deswegen unsägliche (sic!!) Qualen. – So ein Habicht hat ja ungeheure Krallen und damit hat er sich mal kurz und frech 600 Millionen Euro gekrallt, die jetzt wahrscheinlich für immer im großen Atlantischen Ozean versenkt wurden.

So eine Drohne ist eigentlich nichts anderes als eine Art Steinschleuder, verknüpft mit einem Feldstecher, die fliegen kann. War auch für mich als  kleiner Junge schon eine erregende Vorstellung. Dem Gegner eine überbraten, ohne erwischt werden zu können und ohne die Angst danach verdroschen zu werden. Hej, damit kann man Alles machen. Hat sich wahrscheinlich auch Thomas de Maizière gesagt, der ja in der DDR noch viel weniger Spielzeug hatte als ich. Nun hat sich Thomas de Maizière eben einen Kindheitstraum erfüllt. Ist doch nicht so schlimm, oder?

Dass man an seinen Träumen festhält, ist doch auch ganz normal. Gerade bei so komplexen, internationalen Projekten darf man nicht gleich zu zweifeln beginnen, sonst kann man solche komplexen, internationalen Projekte überhaupt nicht mehr umsetzen. Mein Tipp an die deutsche Politik: Lasst zukünftig die Finger von solchen komplexen, internationalen Projekten. Unsere Politik neigt zur Selbstüberschätzung, gepaart mit Perfektionismus und dem fatalen Hang Geld auszugeben, welches ihnen nicht gehört. Man erinnere sich an das Maut-System. Ein „Pickerl“ hätte es auch getan, aber Nein, wir brauchten ja ein Leuchtturmprojekt, welches den Steuerzahler wieder mal echt „arm“ gemacht hat. Zukünftig sollte man sich von solchen Armleuchterprojekten also besser fernhalten. Wer aus der politischen Geschichte wirklich gelernt hat, ist Dr. Peter Ramsauer, der die Punkteregelung in Flensburg revolutionieren wollte. Nach mehreren Anläufen und vielen Änderungen lässt sich feststellen, dass der Murks ein echter Krampf ist, den niemanden braucht. Aber dafür hat das nur ein paar Millionen gekostet. Nicht viel mehr, als die Geschichte mit den Saisonautokennzeichen, die er sich ausgedacht hatte. Am billigsten kommt Ramsauer immer noch, wenn er auf Reisen ist. Kostet zwar auch viel Geld, aber im Vergleich zu den Millionen, die er sonst versenkt, wenn er in Berlin regiert, sind das nur Cent-Beträge. Er sollte zukünftig aber besser noch seinen ganzen Stab mitnehmen.

Rosalie hat übrigens alle Umstände und Fakten rund um ihr Referat als geheim erklärt und Unterlagen zur Vernichtung freigegeben, da diese als geheim deklarierten Unterlagen in ihrem Zimmer nun nicht mehr sicher genug aufbewahrt werden könnten. Parlamentarische Untersuchungsausschüsse in Form von unangemeldeten elterlichen Razzien seien zwar in ihren Augen illegal, aber da Eltern sowieso irgendwo in den Kreisen der Mafia zu verorten seien, wohl nicht zu verhindern. Haben sich die im Verteidigungsministerium auch gesagt. Aus den Umständen, rund um das NSU-Verfahren (was für ein niedlicher, technischer Name für das durchgängig, riesig blamable Verhalten unserer diversen Geheimdienste) lernend, wollten sie sich auch nicht von der Opposition erwischen lassen und haben schon mal den Zeigefinger über der „Delete-Taste“ wie ein Sperber kreisen lassen. Da es aber zu viele Sicherungskopien gibt – Fluch von „Big Data“ – haben sie von ihrem Vorhaben doch noch in letzter Sekunde Abstand genommen.

Christoph Schroeder

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